Konfliktmanagement in Projekten Rechtzeitig Probleme erkennen und benennen

Vorab: Die Einordnung der Soft Skills im Projektmanagement

Hier wer­den die­je­ni­gen → Soft Skills behan­delt, die im → Pro­jekt­ma­nage­ment eine wesent­li­che Rol­le spie­len. Für die Pro­jekt­mit­ar­bei­ter, ins­be­son­de­re aber die → Pro­jekt­ma­na­ger, sind zumin­dest Grund­kennt­nis­se auf die­sen Gebie­ten erforderlich.

Einordnung: Soft Skills im Projektmanagement (PM-Haus), (C) Peterjohann Consulting, 2014-2022

Abbil­dung 0.1: Ein­ord­nung: Soft Skills im Pro­jekt­ma­nage­ment (PM-Haus)

Die Far­ben im PM-Haus haben fol­gen­de Bedeutung:

Farben zu den PM-Präsentationen, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2022

Abbil­dung 0.2: Die Ein­tei­lung der → Prä­sen­ta­tio­nen zum Projektmanagement

Die Soft Skills ste­hen nicht ein­zeln für sich, son­dern soll­ten im Zusam­men­hang betrach­tet wer­den. In der nach­fol­gen­den Gra­fik sym­bo­li­sie­ren die Pfei­le beson­ders enge Zusammenhänge.

Soft Skills im Projektmanagement: Zusammenhänge, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2022

Abbil­dung 0.3: Zusam­men­hän­ge: Soft Skills im Projektmanagement

1. Einleitung und Grundlagen

1.1 Definitionen

Die → GPM defi­niert /GPM19/:
“Ein Kon­flikt besteht, wenn sich min­des­tens eine Per­son durch das Han­deln einer ande­ren Per­son oder Insti­tu­ti­on in ihren Bedürf­nis­sen ver­letzt fühlt oder die Ver­let­zung ihrer Bedürf­nis­se befürch­tet.” /GPM19/

Hemm­rich beschreibt einen Kon­flikt wie folgt /Hemmrich11/:
„Ein Kon­flikt ist eine Situa­ti­on, in der zwei oder mehr Par­tei­en vehe­ment ver­su­chen, → Zie­le zu rea­li­sie­ren, die augen­schein­lich mit­ein­an­der nicht zu ver­ein­ba­ren sind.“ 

Schwarz schreibt /Schwarz10/:
“Wir spre­chen von einem ech­ten Konflikt, …

  • wenn wider­sprüch­li­che Inter­es­sen auftreten, 
  • die von unter­schied­li­chen Men­schen oder Men­schen­grup­pen ver­tre­ten wer­den und 
  • die in der Errei­chung ihrer Inter­es­sen auf­ein­an­der ange­wie­sen sind (oder dies zumin­dest glauben).”

1.2 Beschreibung und Charakterisierung von Konflikten

Ein Kon­flikt kann über fol­gen­de Merk­ma­le cha­rak­te­ri­siert werden: 

  • Min­des­tens zwei Parteien
  • Unter­schied­li­che Inter­es­sen, Zie­le, Gefüh­le, Ansich­ten, Wahrnehmungen
  • Gemein­sa­mes Konfliktfeld
  • Unter­schied­li­che Handlungsabsichten
  • Gegen­sei­ti­ge Beein­flus­sungs­ver­su­che (auch indi­rekt über Dritte) 

Für Kon­flik­te ist die Wahr­neh­mung ent­schei­dend:
Es muss nicht ein tat­säch­li­cher Inter­es­sen­ge­gen­satz vor­lie­gen, es ist bereits aus­rei­chend, wenn ein Gegen­satz wahr­ge­nom­men wird.

1.3 Das Konfliktmodell nach Glasl

Ein häu­fig ver­wen­de­tes Modell zur Dar­stel­lung der Kon­flikt­eska­la­ti­on stammt von Fried­rich Glasl /Glasl11/. Es basiert auf einer neun­stu­fi­gen Abfol­ge von Ein­zel­pha­sen, die (fast) auto­ma­ti­siert ablau­fen, inso­fern nicht in den Kon­flikt aktiv ein­ge­grif­fen wird.

Wäh­rend der ers­ten drei Stu­fen ist eine Kon­flikt­lö­sung zu aller Zufrie­den­heit noch mög­lich (Win-Win-Situa­ti­on), danach wird es bei einer Kon­flikt­be­wäl­ti­gung einen Gewin­ner und einen Ver­lie­rer geben (Win-Lose-Situa­ti­on). Lässt man auch die­se ers­ten Pha­sen der Eska­la­ti­on lau­fen ohne ein­zu­grei­fen, so gerät man in einen Bereich, wo eine Kon­flikt­be­wäl­ti­gung nur mit hohem → Auf­wand zu errei­chen ist und bei­de Kon­flikt­par­tei­en als Ver­lie­rer aus dem Kon­flikt her­vor­ge­hen (Lose-Lose-Situa­ti­on).

Konflikte nach Glasl, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2022

Abbil­dung 1.1: Die Eska­la­ti­on der Kon­flik­te nach Glasl /Glasl11/

Daher ist es ein Ziel des Kon­flikt­ma­nage­ments, Kon­flik­te mög­lichst früh­zei­tig zu erken­nen und zu ver­su­chen, die­se nicht eska­lie­ren zu las­sen. Ein “Lau­fen-las­sen” oder Igno­rie­ren ist dabei kein Lösungsansatz.

2. Mobbing

Ein bekann­tes Modell zur Beschrei­bung des Fort­schrei­tens beim Mob­bing und den mög­li­chen Fol­gen stammt von Heinz Ley­mann /Leymann93/ aus den 90er Jah­ren des letz­ten Jahrhunderts.

Mobbing-Modell nach Leymann, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2022

Abbil­dung 2.1: Das Mob­bing-Modell nach Ley­mann /Leymann93/

Die Fol­gen des Mob­bings sind für die Betrof­fe­nen immer schreck­lich. Nach die­sem Modell greift Mob­bing aber nur, wenn die Per­so­nal­ver­wal­tung Fehl­ver­hal­ten zeigt — oder anders aus­ge­drückt: Bei einer guten und rechts­kon­for­men Per­so­nal­ver­wal­tung kommt es nicht zur letz­ten Eska­la­ti­ons­stu­fe beim Mobbing.

A. Präsentationen, Literatur und Weblinks

A.1 Meine öffentlichen Präsentationen zum Konfliktmanagement und zum Mobbing in Projekten

Mei­ne Prä­sen­ta­tio­nen zum Kon­flikt­ma­nage­ment und zum Mob­bing in Pro­jek­ten fin­den Sie hier zum Her­un­ter­la­den zur pri­va­ten Verwendung.

Inhalt Typ
Pro­jekt­ma­nage­ment: Kon­flikt­ma­nage­ment – Eine Über­sicht (mit Mobbing-Kapitel)

pdf

A.2 Literatur zum Konfliktmanagement und zum Mobbing

  1. /Becker04/ Anne­gret Hugo-Becker, Hen­ning Becker: Psy­cho­lo­gi­sches Kon­flikt­ma­nage­ment: Men­schen­kennt­nis, Kon­flikt­fä­hig­keit, Koope­ra­ti­on, Deut­scher Taschen­buch Ver­lag, Mün­chen 4. Auf­la­ge 2004, ISBN 978–3‑423–05829‑2
  2. /Edmüller10/ Andre­as Edmül­ler, Heinz Jir­anek: Kon­flikt­ma­nage­ment, Hau­fe, Mün­chen, 3. Auf­la­ge 2010, ISBN 978–3‑448–10122‑5
  3. /Fehlau12/ Eber­hard Fehl­au, Chris­ti­an Stock: Kon­flikt­ma­nage­ment. Von Streit bis Mob­bing – Best of Edi­ti­on, Hau­fe, Mün­chen 2012, ISBN 978–3‑648–02872‑8
  4. /Fisher03/ Roger Fisher, Wil­liam L. Ury, Bruce M. Pat­ton: Das Har­vard-Kon­zept. Der Klas­si­ker der Ver­hand­lungs­tech­nik, Cam­pus, Frank­furt 22. Auf­la­ge 2003, ISBN 978–3‑593–37440‑6
  5. /Glasl11/ Fried­rich Glasl: Kon­flikt­ma­nage­ment: Ein Hand­buch für Füh­rungs­kräf­te, Bera­te­rin­nen und Bera­ter, Frei­es Geis­tes­le­ben, Stutt­gart 10. Auf­la­ge 2011, ISBN 978–3‑7725–1089‑2
  6. /GPM19/ Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment: Kom­pe­tenz­ba­sier­tes Pro­jekt­ma­nage­ment (PM4), GPM, Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment, Nürn­berg 2019, ISBN 978–3‑924841–77‑5
  7. /Hemmrich11/ Ange­la Hemm­rich, Horst Har­rant: Pro­jekt­ma­nage­ment. In 7 Schrit­ten zum Erfolg, Han­ser Wirt­schaft, Mün­chen 3. Auf­la­ge 2011, ISBN 978–3‑446–42567‑5
  8. /Hertel09/ Ani­ta von Her­tel: Pro­fes­sio­nel­le Kon­flikt­lö­sung: Füh­ren mit Media­ti­ons­kom­pe­tenz, Cam­pus, Frank­furt 2009, ISBN 978–3‑593–38980‑6
  9. /Klein07/ Susan­ne Klein: Wenn die ande­ren das → Pro­blem sind, Gabal, Offen­bach 2007, ISBN 978–3‑89749–724‑5
  10. /Knapp12a/ Peter Knapp: Kon­flikt­lö­sungs-Tools: Klä­ren­de und dees­ka­lie­ren­de Metho­den für die Media­ti­ons- und Kon­flikt­ma­nage­ment-Pra­xis, Mana­ger­se­mi­na­re Ver­lag, Bonn 2. Auf­la­ge 2012, ISBN 978–3‑936075–49‑2
  11. /Knapp12b/ Peter Knapp: Kon­flik­te lösen in → Teams und gro­ßen Grup­pen: Klä­ren­de und dees­ka­lie­ren­de Metho­den für die Media­ti­ons- und Kon­flikt­ma­nage­ment-Pra­xis im Busi­ness, Mana­ger­se­mi­na­re Ver­lag, Bonn 2012, ISBN 978–3‑936075–42‑3
  12. /Leymann93/ Heinz Ley­mann: Mob­bing. Psy­cho­ter­ror am Arbeits­platz und wie man sich dage­gen weh­ren kann, Rowohlt Taschen­buch Ver­lag, Ber­lin 14. Auf­la­ge 1993, ISBN 978–3‑499–13351‑0
  13. /List10/ Wer­ner List, Roger Voight: Kri­ti­sche Pro­jek­te ret­ten, Han­ser Wirt­schaft, Mün­chen 2010, ISBN 978–3‑446–42335‑0
  14. /Neubauer10/ Micha­el Neu­bau­er: Kri­sen­ma­nage­ment in Pro­jek­ten: Han­deln, wenn Pro­ble­me eska­lie­ren, Sprin­ger, Ber­lin 3. Auf­la­ge 2010, ISBN 978–3‑642–12399‑3
  15. /Noe06/ Man­fred Noe: Crash-Manage­ment in Pro­jek­ten: Vor­beu­gen, Erken­nen, Ana­ly­sie­ren und Über­win­den von Kon­flik­ten und Kri­sen, Publi­cis Cor­po­ra­te Publi­shing, Erlan­gen 2006, ISBN 978–3‑8957–8269‑5
  16. /Patzak08/ Gerold Patzak, Gün­ter Rat­tay: Pro­jekt­ma­nage­ment, von Lin­de, Wien 5. Auf­la­ge 2008, ISBN 978–3‑7143–0149‑6
  17. /Rosenberg07/ Mar­shall B. Rosen­berg: Gewalt­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on: Eine Spra­che des Lebens, Jun­fer­mann, Pader­born 9. Auf­la­ge 2010, ISBN 978–3‑87387–454‑1
  18. /Schmidt09/ Tho­mas Schmidt: Kon­flikt­ma­nage­ment-Trai­nings erfolg­reich lei­ten: Der Semi­nar­fahr­plan, Mana­ger­se­mi­na­re Ver­lag, Bonn 4. Auf­la­ge 2009, ISBN 978–3‑936075–90‑8
  19. /Schulz12/ Rolf Schulz: Tool­box zur Kon­flikt­lö­sung: Kon­flik­te schnell erken­nen und erfolg­reich bewäl­ti­gen, Stark, Hall­berg­moos 2012, ISBN 978–3‑86668–466‑9
  20. /Schwick12/ Josef Schwi­ckerath, Moritz Holz: Mob­bing am Arbeits­platz: Trai­nings­ma­nu­al für Psy­cho­the­ra­pie und Bera­tung, Beltz, Wein­heim 2012, ISBN 978–3‑621–27936‑9
  21. /Schwarz10/ Ger­hard Schwarz: Kon­flikt­ma­nage­ment: Kon­flik­te erken­nen, ana­ly­sie­ren, lösen, Gab­ler, Wies­ba­den 8. Auf­la­ge 2010, ISBN 978–3‑8349–1155‑1
  22. /Straube07/ Roland Strau­be, Hans Leu­sch­ner, Petra Mül­ler: Kon­flikt­ma­nage­ment für → Pro­jekt­lei­ter: Stra­te­gien zur Lösung und Ver­mei­dung von Kon­flik­ten, Hau­fe, Mün­chen 2007, ISBN 978–3‑448–07521‑2
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