Personentage (PT), Manntage (MT) oder FTE? Wann ist welcher Begriff zu verwenden?

Manage­ment-Zusam­men­fas­sung die­ses Bei­trags:
Die Begrif­fe Per­so­nen­ta­ge, Mann­ta­ge und FTE wer­den im Pro­jekt­ma­nage­ment ver­wen­det. Doch wel­cher Begriff meint was?
In die­sem Bei­trag wird eine Kurz­dar­stel­lung der Unter­schie­de geliefert.

Die Begrif­fe Per­so­nen­ta­ge, Mann­ta­ge und FTE wer­den im Pro­jekt­kon­text häu­fig ver­wen­det. Die Begrif­fe kön­nen fol­gen­der­ma­ßen cha­rak­te­ri­siert werden:

  • Per­so­nen­ta­ge (PT, eng­lisch: Per­son-days,
 Work­days): Maß für den per­so­nel­len Auf­wand zur Erle­di­gung einer Auf­ga­be:
    1 Per­so­nen­tag wird in der Regel mit 
8 Stun­den gerechnet
  • Mann­ta­ge (MT, eng­lisch: Man-days): Maß für den per­so­nel­len Auf­wand zur Erle­di­gung einer Auf­ga­be:
    1 Mann­tag wird in der Regel mit 
8 Stun­den gerechnet
  • FTE = Full-time equi­va­lent (deutsch: Voll­zeit­äqui­va­lent,
 Voll­zeit­kraft): Maß für die (benö­tig­te) Anzahl von zu erbrin­gen­den Stun­den geteilt durch die übli­che Arbeits­zeit eines Voll­zeit-Erwerbs­tä­ti­gen. Dient der Ermitt­lung des Per­so­nal­be­darfs (in Organisationen)

Die Begrif­fe Per­so­nen­ta­ge und Mann­ta­ge haben iden­ti­sche Bedeu­tung, kön­nen also syn­onym ver­wen­det. Im deut­schen Sprach­raum wird inzwi­schen bevor­zugt Per­so­nen­ta­ge (oder auch Mit­ar­bei­ter­ta­ge) ver­wen­det, wäh­rend im eng­li­schen Sprach­raum Man-days häu­fi­ger zum Ein­satz kommt.

Die deut­schen Wiki­pe­dia schreibt zur Per­so­nen­stun­de, die als 0,125 Per­so­nen­ta­ge gerech­net wird /#Wiki-Personenstunde/:
“Eine Per­so­nen­stun­de, kurz PS, auch Mann­stun­de, MS genannt, (eng­lisch man-hour, per­son-hour) ist eine Maß­ein­heit für Arbeit, die eine durch­schnitt­lich leis­tungs­fä­hi­ge Per­son wäh­rend einer Stun­de ver­rich­tet. Man ver­wen­det die­sen Begriff, um Schät­zun­gen für die Gesamt­men­ge an Arbeit für die Erle­di­gung einer Auf­ga­be zu errech­nen. Zum Bei­spiel benö­tigt man cir­ca zwei Per­so­nen­stun­den, um einen Auf­satz zu schrei­ben, oder zehn Per­so­nen­stun­den, um ein gro­ßes Fami­li­en­es­sen vorzubereiten.”

Zum Voll­zeit­äqui­va­lent steht in der deut­schen Wiki­pe­dia /#Wiki-Vollzeitäquivalent/:
“Das Voll­zeit­äqui­va­lent (Abkür­zung VZÄ) oder Voll­be­schäf­tig­ten­äqui­va­lent ist eine Hilfs­grö­ße bei der Mes­sung von Arbeits­zeit. Sie ist defi­niert als die Anzahl der gear­bei­te­ten Stun­den (in einem Unter­neh­men, einer Regi­on oder einem Land), geteilt durch die übli­che Arbeits­zeit eines Voll­zeit-Erwerbs­tä­ti­gen, bei­spiels­wei­se 40 Stun­den. In Unter­neh­men gibt die Anzahl der VZÄ an, wie vie­le Voll­zeit­stel­len sich rech­ne­risch bei einer gemisch­ten Per­so­nal­be­le­gung mit Teil­zeit­be­schäf­tig­ten erge­ben. Der ent­spre­chen­de Angli­zis­mus FTE (eng­lisch full time equi­va­lent) wird auch im deut­schen Sprach­raum häu­fig ver­wen­det. Kenn­zah­len zur Beschäf­ti­gung sind unter Ver­wen­dung von VZÄ bzw. Voll­kräf­ten in der Regel aus­sa­ge­kräf­ti­ger als die Anzahl der Beschäftigten.”

Ein Ver­gleich der Begrif­fe ist in Abbil­dung 1 dargestellt.

Personentage, Manntage oder FTE?, (C) Peterjohann Consulting, 2025-2026

Abbil­dung 1: Per­so­nen­ta­ge, Mann­ta­ge oder FTE?

Per­so­nen­ta­ge oder Mann­ta­ge haben nur indi­rekt etwas mit den FTE zu tun:
Im Res­sour­cen­ma­nage­ment wer­den die Stun­den ermit­telt, die im Ver­lauf des Pro­jekts zur Umset­zung der Arbeits­pa­ke­te benö­tigt wer­den. Die­se müs­sen dann auf die im Pro­jekt ver­füg­ba­ren Mit­ar­bei­ter ver­teilt wer­den, es wer­den damit FTEs einbezogen.

Das redu­zier­te Maß für den Per­so­nen­tag ist die Arbeits- oder Per­so­nen­stun­de (PS). Gera­de bei klei­ne­ren Pro­jek­ten kann die Ver­wen­dung von Stun­den anstatt Per­so­nen­ta­gen sinn­voll sein. Bei grö­ße­ren Pro­jek­ten gilt jedoch, dass nicht mit Ein­hei­ten klei­ner als 2 Stun­den, also 0,25 PT, geplant wer­den soll. Die kleins­te Plan­grö­ße ist dann auch die kleins­te Buchungs- und Controllinggröße.

Umrech­nun­gen:

  • 1 Per­so­nen­tag ent­spricht 8 Personenstunden
  • 1 Per­so­nen­wo­che (PW) ent­spricht 5 Per­so­nen­ta­gen oder 40 Personenstunden
  • 1 Per­so­nen­mo­nat (PM) ent­spricht 20 Per­so­nen­ta­gen oder 160 Personenstunden
  • 1 Per­so­nen­jahr (PJ) ent­spricht 11 Per­so­nen­mo­na­ten oder 220 Per­so­nen­ta­gen oder 1.760 Personenstunden

Lite­ra­tur

  • /GPM16/ Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment: Kom­pe­tenz­ba­sier­tes Pro­jekt­ma­nage­ment (PM3), → GPM, Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment, Nürn­berg 8. Auf­la­ge 2016, ISBN 978–3‑924841–74‑4
  • /Jakoby25a/ Wal­ter Jako­by: Pro­jekt­ma­nage­ment für Inge­nieu­re. Ein pra­xis­na­hes Lehr­buch für den sys­te­ma­ti­schen Pro­jekt­er­folg, Sprin­ger Vie­w­eg, Wies­ba­den 6. Auf­la­ge 2025, ISBN 978–3‑658–47468‑3
  • /Ludewig23/ Jochen Lude­wig, Horst Lich­ter: Soft­ware Engi­nee­ring. Grund­la­gen, Men­schen, Pro­zes­se, Tech­ni­ken, dpunkt, Hei­del­berg 4. Auf­la­ge 2022, ISBN 978–3‑86490–598‑8

Web­links