Workshops und Meetings in Projekten Grundlagen, Vorgehen und Agenden

Work­shops und Mee­tings in Pro­jek­ten sind ein wich­ti­ger Bestand­teil des Pro­jekt­le­bens. Über Work­shops wer­den Inhal­te ent­wi­ckelt, die in Pro­jek­ten benö­tigt wer­den.
Viel­fach wer­den jedoch Work­shops und Mee­tings ohne gro­ße Vor­be­rei­tung abge­hal­ten, sodass in der Fol­ge die Ergeb­nis­se unzu­rei­chend sind und die Teil­neh­mer mit dem Gefühl zurück­ge­las­sen wer­den, Zeit ver­schwen­det zu haben. Daher sind pas­sen­de Vor­ar­bei­ten not­wen­dig, um einen Work­shop oder ein Mee­ting so zu gestal­ten, dass die Teil­neh­mer best­mög­lich Inhal­te erstel­len kön­nen.
Hier wer­den gene­rel­le Abläu­fe der Vor­be­rei­tung, der Durch­füh­rung und der Nach­be­rei­tung von Work­shops vor­ge­stellt. Eini­ge typi­sche Work­shops wie das Kick-off-Mee­ting, die Schätz­klau­sur und die Risi­kok­lau­sur wer­den dabei exem­pla­risch beson­ders inten­siv betrach­tet und die Agen­den vor­ge­stellt.

Manage­ment-Zusam­men­fas­sung zu die­sem Bei­trag:
Work­shops und Mee­tings in Pro­jek­ten sind ein wich­ti­ger Bestand­teil des Pro­jekt­le­bens.
In die­sem Bei­trag wer­den Work­shops und Mee­tings beschrie­ben und deren Ablauf sowie die Agen­den vor­ge­stellt.

Hier wer­den die Work­shops und Mee­tings in Pro­jek­ten beschrie­ben.
Die all­ge­mei­ne Beschrei­bung zum Pro­jekt­ma­nage­ment fin­det sich
hier


1. Einleitung und Grundlagen

Work­shops und Mee­tings sind ein zen­tra­ler Bestand­teil des geleb­ten Pro­jekt­ma­nage­ments. Über Work­shops und Mee­tings wer­den Inhal­te gene­riert und kom­mu­ni­ziert.

Aller­dings wer­den Work­shops und Mee­tings auch oft kri­tisch betrach­tet, denn sie kos­ten Zeit. Daher soll­te gera­de in Pro­jek­ten auf einen effi­zi­en­ten Ablauf von Work­shops und Mee­tings geach­tet wer­den.

1.1 Definitionen

Die Wiki­pe­dia defi­niert den Work­shop so /#Wiki-Workshop/:
“Ein Work­shop ist eine Ver­an­stal­tung, in der eine klei­ne­re Grup­pe mit begrenz­ter Zeit­dau­er inten­siv an einem The­ma arbei­tet. Ein Kenn­zei­chen ist dabei die koope­ra­ti­ve und mode­rier­te Arbeits­wei­se an einem gemein­sa­men Ziel.”

In der Wiki­pe­dia steht zum Mee­ting (wel­ches direkt auf Bespre­chung wei­ter­ge­lei­tet wird) /#Wiki-Meeting/:
“Die Bespre­chung (auch, vor allem in der Schweiz, Sit­zung; eng­lisch Mee­ting) ist eine Gesprächs­form in Orga­ni­sa­tio­nen, bei der Teil­neh­mer aus einem bestimm­ten Arbeits­ge­biet durch per­sön­li­chen Kon­takt gegen­sei­tig Sach­ver­hal­te, Pro­ble­me, Mei­nun­gen und Pla­nun­gen vor­brin­gen kön­nen.”

1.1.1 Workshop oder Meeting — Was ist der Unterschied?

Gene­rell haben Work­shops und Mee­tings vie­le Gemein­sam­kei­ten und kön­nen nicht immer exakt unter­schie­den wer­den. In Abbil­dung 1.1 sind eini­ge Kri­te­ri­en von Work­shops und Mee­tings gegen­über­ge­stellt.

Workshops und Meetings im Vergleich, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 1.1: Work­shops und Mee­tings im Ver­gleich

Zwei wesent­li­che Unter­schei­dungs­merk­ma­le sind farb­lich in Abbil­dung 1.1 hin­ter­legt:

  1. Das Teil­neh­mer­ver­hal­ten: Beim Work­shop wird erwar­tet, dass die Teil­neh­mer aktiv mit­ar­bei­ten, wäh­rend dies beim Mee­ting eher im Hin­ter­grund steht
  2. Der Haupt­zweck: In einem Work­shop sol­len Inhal­te erar­bei­tet wer­den, wäh­rend das Mee­ting in ers­ter Linie Infor­ma­tio­nen ver­mit­teln soll

In die­sem Bei­trag wer­den Work­shop und Mee­ting gleich behan­delt.

1.2 Synonyme

Für Work­shop sind unter Ande­rem auch fol­gen­de Begrif­fe zu fin­den:

  • Klau­sur
  • Arbeits­tref­fen
  • Grup­pen­ar­beit
  • Semi­nar
  • Lehr­gang

Statt Mee­ting wer­den auch fol­gen­de Begrif­fe ver­wen­det:

  • Sit­zung
  • Bespre­chung
  • Tref­fen

1.3 Die zeitliche Einordnung der Workshops

Es gibn eine Rei­he von Work­shops und Mee­tings in Pro­jek­ten, wobei eini­ge Work­shops nur ein­mal, eini­ge mehr­fach und eini­ge mehr­fach und regel­mä­ßig durch­ge­führt wer­den.

Typi­sche Work­shops und Mee­tings sind (in unge­fäh­rer zetit­li­cher Rei­hen­fol­ge):

  1. Der Sta­ke­hol­der-Work­shop
  2. Der Ziel­work­shop
  3. Die Risi­kok­lau­sur
  4. Das Kick-off-Mee­ting
  5. Der Pla­nungs­work­shop
  6. Die Schätz­klau­sur
  7. Das Sta­tus-Mee­ting
  8. Das Len­kungs­aus­schuss­mee­ting
  9. Das Les­sons-Lear­ned-Mee­ting
  10. Das Kick-out-Mee­ting

Eine unge­fäh­re zeit­li­che Ein­ord­nung der ers­ten Work­shops vor Pro­jekt­start / in der Vor­pro­jekt­pha­se ist in Abbil­dung 1.2 zu sehen.

Die Einordnung der ersten Workshops in den Vorprojektphasen, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 1.2: Die Ein­ord­nung der ers­ten Work­shops in den Vor­pro­jekt­pha­sen

Die Ele­men­te in der Abbil­dung 1.2 haben fol­gen­de Bedeu­tung:

Die Einordnung der ersten Workshops in den Vorprojektphasen: Legende, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 1.3: Die Ein­ord­nung der ers­ten Work­shops in den Vor­pro­jekt­pha­sen: Legen­de

1.4 Die Meetingliste

Für ein Pro­jekt kann vor­ab fest­ge­legt wer­den, wel­che Work­shops und Mee­tings statt­fin­den kön­nen. Hier­zu wird eine Mee­ting­lis­te erstellt, in der die Mee­tings kurz benannt und mit Attri­bu­ten ver­se­hen wer­den.

Die Meetingsliste, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 1.4: Die Mee­ting­s­lis­te


2. Das generelle Vorgehen

Das gene­rel­le Vor­ge­hen zur Umset­zung eines Work­shops ist in drei zeit­lich auf­ein­an­der­fol­gen­de Abschnit­te geglie­dert:

  • Vor­be­rei­ten
  • Durch­füh­ren
  • Nach­be­rei­ten

Das generelle Vorgehen bei Workshops, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 2.1: Das gene­rel­le Vor­ge­hen bei Work­shops

Grund­sätz­lich gibt es bei Work­shops einen Ver­ant­wort­li­chen und einen Auf­trag­ge­ber.

Vor­ab soll­te geklärt sein, wel­che orga­ni­sa­to­ri­schen und bud­ge­tä­ren Rah­men­be­din­gun­gen für einen Work­shop gel­ten.
Hier­zu wird fest­ge­hal­ten:

  • Der Spon­sor / Auf­trag­ge­ber: Dies ist in der Regel der Pro­jekt­spon­sor. Letzt­lich muss der Spon­sor für alle Kos­ten des Work­shops auf­kom­men, wobei das Bud­get für den Work­shop im Nor­mal­fall über das Gesamt­pro­jekt geplant wird
  • Der Ver­ant­wort­li­che: Die Per­son, die pro­jekt­in­tern den Work­shop zu ver­ant­wor­ten hat und die Ergeb­nis­se gegen­über dem Spon­sor (und dem Len­kungs­aus­schuss) ver­tre­ten und recht­fer­ti­gen muss. Dies ist im Nor­mal­fall der Pro­jekt­ma­na­ger
  • Der Zustän­di­ge: Die Per­son, die das gesam­te Vor­ge­hen plant und orga­ni­siert. Dies in in der Regel ein Pro­jekt­team­mit­glied oder der Pro­jekt­ma­na­ger selbst — häu­fig ist der Ver­ant­wort­li­che auch der Zustän­di­ge
  • Der Mode­ra­tor: Die Per­son, die den Work­shop mode­riert. Der Mode­ra­tor soll­te neu­tral sein und Durch­füh­rungs- wie auch Durch­kom­pe­ten­zen auf­wei­sen — daher wer­den hier­für häu­fig exter­ne Mode­ra­to­ren hin­zu­ge­zo­gen
  • Der Pro­to­kol­lant: Die Per­son, die wäh­rend der Durch­füh­rung die wesent­li­chen Punk­te pro­to­kol­liert, d.h. auf­schreibt. Der Pro­to­kol­lant soll­te nicht der Mode­ra­tor sein
  • Das Bud­get. Hier­un­ter wer­den alle anfal­len­den Kos­ten des Work­shops ver­stan­den — inklu­si­ve der Lohn- und Arbeits­kos­ten der Teil­neh­mer.
    Es wird unter­schie­den in …
    • inter­nes Bud­get: Gel­der, die intern bereit­s­ge­stellt wer­den
    • exter­nes Bud­get: Gel­der, die für den Zukauf exter­ner Res­sour­cen, wie Mode­ra­tor, Cate­ring oder Räum­lich­kei­ten, die­nen

2.1 Das Vorbereiten von Workshops

Viel­fach wer­den Work­shops ohne gro­ße Vor­be­rei­tung abge­hal­ten, sodass in der Fol­ge die Ergeb­nis­se unzu­rei­chend sind und die Teil­neh­mer mit dem Gefühl zurück­ge­las­sen wer­den, Zeit ver­schwen­det zu haben. Daher ist eine pas­sen­de Vor­be­rei­tung not­wen­dig, um einen Work­shop so zu gestal­ten, dass die Teil­neh­mer best­mög­lich Inhal­te erstel­len kön­nen.

Die Vor­be­rei­tung umfasst meh­re­re Teil­be­rei­che, die beach­tet wer­den müs­sen (Abbil­dung 2.2). Eine zeit­li­chen Ablauf gibt es dabei nicht, den­noch sind Vor­lauf­zei­ten zu berück­sich­ti­gen.

Das Vorbereiten von Workshops: Aspekte, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 2.2: Die Vor­be­rei­tung von Work­shop

2.2.1 Thema und Ziel

Gene­rell soll­te das The­ma und das Ziel / die Zie­le des Work­shops vor­ab kon­kret benannt wer­den.
Dies kann in weni­gen Sät­zen gesche­hen.

Bei­spiel:

  • The­ma: “Risi­ko­work­shop — zur initia­len Ermitt­lung der Risi­ken”
  • Zie­le:
    • “Ermit­teln der wesent­li­chen Risi­ken”
    • “Erst­be­fül­len der Risi­ko­do­ku­men­te”
    • Schaf­fen eines gemein­sa­men Risi­ko­be­wusst­seins

2.2.2 Visualisierung

Auch die Visua­li­sie­rung der Work­shops muss vor­ab geplant wer­den. Hier­zu wer­den Prä­sen­ta­tio­nen und Über­sich­ten (ggf. in Pos­ter­form) erstellt. Zudem müs­sen die Pro­jekt­do­ku­men­te vor­ab pas­send zusam­men­ge­stellt und vor­be­rei­tet wer­den.

2.2.3 Arbeitsmittel

Gene­rel­le Arbeits­mit­tel für einen Work­shop sind:

  • Flip­chart (mit Stif­ten)
  • Meta­plan­wand / Pinn­wand mit Mode­ra­ti­ons­ma­te­ri­al
  • Bea­mer mit ent­spre­chen­der Pro­jek­ti­ons­flä­che

Hin­zu kom­men bei einem Work­shop pro­jekt­spe­zi­fi­sche Arbeits­mit­tel — dies sind in ers­ter Linie die Pro­jekt­do­ku­men­te, deren Rah­men vor­ab defi­niert wer­den müs­sen.

2.2.4 Der Termin und Einladungen

Ein Ter­min muss früh­zei­tig geplant und kom­mu­ni­ziert wer­den. Es müs­sen Ein­la­dun­gen vor­an­ge­fragt und dann ver­schickt wer­den.

2.2.5 Checkliste zum Workshop-Start

Sind alles Vor­be­rei­tun­gen abge­schlos­sen wor­den, so kann der Work­shop star­ten. Zur Absi­che­rung kann fol­gen­de Check­lis­te die­nen, die die Fra­ge beant­wor­tet “Kann der Work­shop gestar­tet wer­den?”. Nur wenn alle Fra­gen mit Ja beant­wor­tet wer­den, ist ein Start mög­lich.

Checkliste: Kann der Workshop gestartet werden?, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 2.3: Check­lis­te: Kann der Work­shop gestar­tet wer­den?

2.2 Das Durchführen von Workshops

Die Durch­füh­rung des Work­shops folgt einer Agen­da, die vor­ab den Teil­neh­mern zuge­stellt wor­den ist.

Eine Agen­da hat dabei immer einen for­ma­len Auf­bau.

Der Aufbau einer Agenda für Workshops, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 2.4: Der Auf­bau einer Agen­da für Work­shops

Mit Abschluss eines Work­shops soll­te unbe­dingt das Feed­back der Teil­neh­mer ein­ge­holt wer­den. Hier­zu wer­den fol­gen­de Fra­gen gestellt:

  1. Ver­lief der Work­shop gut?
  2. War das metho­di­sche Vor­ge­hen pas­send?
  3. Sind die Inhal­te wie erwar­tet / Wur­den die Zie­le erreicht?

2.3 Das Nachbereiten von Workshops

Wenn der Work­shop been­det wur­de, so beginnt die Nach­ar­bei­tung durch den Mode­ra­tor. Es wer­den hier­zu die Ergeb­nis­se über­prüft, in die “pas­sen­de” Form gebracht und an die alle Teil­neh­mer (und gege­ben­falls inter­es­sier­te Teil­neh­mer) ver­sen­det.

Gene­rell ist zu beach­ten:

  • Es dür­fen kei­ne Ergeb­nis­se und Beschlüs­se durch den Mode­ra­tor hin­zu­ge­fügt oder ver­än­dert wer­den
  • Es dür­fen kei­ne Ergeb­nis­se und Beschlüs­se von dem Mode­ra­tor weg­ge­las­sen wer­den
  • Die Ergeb­nis­se und Beschlüs­se sol­len — inso­fern nicht anders ver­ein­bart — nicht zur Dis­kus­si­on gestellt wer­den
  • Die Nach­be­rei­tung muss zeit­nah erfol­gen
  • Die Ergeb­nis­se und Beschlüs­se sind in der Regel bin­dend

Ist der Work­shop been­det und die ent­spre­chen­den Doku­men­te ver­fasst, so kön­nen die Ergeb­nis­se wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den. Ent­we­der wer­den dazu die Inhal­te der Doku­men­te über­tra­gen (dann sind die Doku­men­te sta­tisch) oder die Doku­men­te wer­den wei­ter­ent­wi­ckelt.


3. Die einzelnen Workshops

Die ver­schie­de­nen Work­shops sind hier in unge­fäh­rer chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge (ver­glei­che Abbil­dung 1.2) auf­ge­lis­tet.

3.1 Der Stakeholder-Workshop

In einem Sta­ke­hol­der-Work­shop (auch: Sta­ke­hol­der­klau­sur oder Sta­ke­hol­der­ana­ly­se-Work­shop) kön­nen noch vor Pro­jekt­start die ers­ten Schrit­te des Sta­ke­hol­der­ma­nage­ments vor­ge­nom­men wer­den.

In Abbil­dung 3.1 ist die Agen­da eines inter­nen Sta­ke­hol­der-Work­shops wie­der­ge­ge­ben, bei dem nur Team­mit­glie­der, nicht jedoch die Sta­ke­hol­der selbst, teil­neh­men. Ein sol­cher Ganz­ta­ges-Work­shop bie­tet sich bei grö­ße­ren Pro­jek­ten oder Pro­jek­ten mit (personal-)kritischem Cha­rak­ter (wie Chan­ge-Pro­jek­te) an.

Der Stakeholder-Workshop: Agenda, (C) Peterjohann Consulting, 2016-2020

Abbil­dung 3.1: Die Agen­da eines Sta­ke­hol­der-Work­shops

3.2 Der Zielworkshop

In einem Ziel­work­shop wer­den die Zie­le eines Pro­jekts (sys­te­ma­tisch) gesucht und erfasst, sodass sie in das Pro­jekt ein­flie­ßen kön­nen. Da ein Pro­jekt nicht ohne Zie­le star­ten soll­te, fin­det der Ziel­work­shop vor dem Pro­jekt­start statt. Es wer­den eine Rei­he von Doku­men­ten zur Erfas­sung und Bear­bei­tung der Zie­le ver­wen­det.
Die­se sind:

  • Das Ziel­kreuz
  • Die Ziel­py­ra­mi­de
  • Der Ziel­ka­ta­log
  • Die Ziel­adres­sa­ten­ma­trix
  • Der Ziel­ka­ta­log
  • Die Ziel­lis­te

Der Stakeholder-Workshop: Agenda, (C) Peterjohann Consulting, 2016-2020

Abbil­dung 3.2: Die Agen­da eines Ziel­work­shops

3.3 Die Risikoklausur

Zu Bestim­mung der Risi­ken kann in Pro­jek­ten eine Risi­kok­lau­sur durch­ge­führt wer­den, in der sys­te­ma­tisch Risi­ken bestimmt wer­den. Typi­scher­wei­se soll­te die­se zu sei­nem sehr frü­hen Zeit­punkt durch­ge­führt wer­den. Hier ist bei­spiel­haft eine Agen­da wie­der­ge­ge­ben.

Die Risikoklausur: Agenda, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2020

Abbil­dung 3.3: Die Agen­da einer Risi­kok­lau­sur

3.4 Das Kick-off-Meeting

Das Kick-off-Mee­ting wird zu Beginn des Pro­jekts durch­ge­führt und sym­bo­li­siert den eigent­li­chen Pro­jekt­start (“Spa­ten­stich”). Fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen soll­ten erfüllt sein:

  • Vor­ab sind die Pro­jekt­zie­le defi­niert und der Pro­jekt­auf­trag erteilt wor­den; damit sind auch der Pro­jekt­ma­na­ger und das Pro­jekt­kern­team benannt
  • Zu die­sem Zeit­punkt sind eben­falls grob bekannt: Das Pha­sen­mo­dell mit den Mei­len­stei­nen, der Start- und End­ter­min und der Umfangs- und Kos­ten­rah­men
  • Teil­neh­mer sind alle Pro­jekt­team­mit­glie­der (des Kern­teams) und gege­be­nen­falls aus­ge­wähl­te Len­kungs­aus­schuss­mit­glie­der
  • (Grob-)Ziel des Kick-off-Mee­tings (intern): Ent­wick­lung eines gemein­sa­men Ver­ständ­nis­ses des Pro­jekts; damit kann direkt begon­nen wer­den
  • Dau­er: Je nach Grö­ße des Pro­jekts und Pro­jekt­kul­tur zwei Stun­den bis zwei Tage

Ein Kick-off-Mee­ting könn­te fol­gen­de Agen­da haben:

Das Kick-off-Meeting: Agenda, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2020

Abbil­dung 3.4: Die Agen­da eines Kick-off-Mee­tings

Detail­zie­le des Kick-off-Mee­tings für das Pro­jekt­team sind:

  • Jeder Teil­neh­mer muss das Pro­jekt als Gan­zes und sein Teil­pro­jekt ein­ord­nen kön­nen
  • Die zeit­li­chen Vor­ga­ben (inkl. der Mei­len­stei­ne) wer­den expli­zit ange­spro­chen
  • Die Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren müs­sen klar sein
  • Jeder muss den Pro­jekt­ma­nage­ment­plan mit sei­nen Ein­zel­do­ku­men­ten ver­ste­hen
  • Wesent­li­che Pro­jekt­merk­ma­le müs­sen geklärt sein (Bedeu­tung für das Unter­neh­men, Ver­trau­lich­keit)
  • Die maß­geb­li­chen Regeln für die Pro­jekt­ar­beit wer­den vor­ge­stellt (Abstim­mung, Ver­ant­wort­lich­kei­ten, Arbeits­ab­lauf)
  • Das Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment wird durch­ge­spro­chen (Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ma­trix, Bespre­chungs- und Berichts­zy­klen)

Häu­fig wird beim Kick-off-Mee­ting auch ein gro­ber Zeit­plan für das Pro­jekt vor­ge­stellt und dann wei­ter ver­fei­nert.


4. Einige Aspekte aus der Praxis

Fol­gen­de Pro­blem­krei­se fin­den sich häu­fig in der Pra­xis:

  • Die Aus­wahl der rich­ti­gen Teil­neh­mer: Die Teil­neh­mer eines Work­shops soll­ten so gewählt sein, dass das Ziel des Work­shops erreicht wer­den kann. In der Pra­xis wer­den jedoch häu­fig die Teil­neh­mer nicht nur nach Exper­ten­sta­tus aus­ge­wählt, die Zusam­men­stel­lung ergibt sich aus ande­ren, häu­fig “poli­tisch-moti­vier­ten” Grün­den
  • Die unzu­rei­chen­den Ergeb­nis­se: Gene­rell soll­ten die Ergeb­nis­se so sein, dass sich der Auf­wand für den Work­shop gelohnt hat. Häu­fig wird jedoch das Ergeb­nis als man­gel­haft oder unzu­rei­chend gese­hen
  • Die man­gel­haf­te Teil­neh­mer­re­so­nanz: Schon wäh­rend des Work­shops wird klar, dass nicht alle anwe­sen­den Teil­neh­mer in adäqua­ter Form mit­ar­bei­ten

5. Fragen und Antworten zu den Workshops und Meetings im Projektmanagement

  • F: Kann man auf Work­shops und Mee­tings in der Pra­xis ver­zich­ten?
    A: Eigent­lich nicht. Work­shops und Mee­tings sind ein essen­zi­el­ler Bestand­teil in Pro­jek­ten.

Haben Sie noch wei­te­re Fra­gen oder möch­ten Sie Ergän­zun­gen an der FAQ vor­neh­men? Am bes­ten schrei­ben Sie mir hier­zu eine E‑Mail an: kontakt@peterjohann-consulting.de.


A. Präsentationen, Literatur und Weblinks

A.1 Meine öffentliche Präsentation zu den Workshops und Meetings im Projektmanagement

Die Prä­sen­ta­ti­on ist in wei­ten Tei­len deckungs­gleich mit der Dar­stel­lung auf die­ser Web­site und kann für eine “Schnell­dar­stel­lung” genutzt wer­den.

InhaltVer­si­onStandSei­tenGrö­ßeTyp
Pro­jekt­ma­nage­ment: Werk­zeu­ge und Metho­den – Eine Über­sicht0.2007/20181160,6 MB pdf (pdf)

Eben­falls von hoher Rele­vanz zum The­ma Work­shops und Mee­tings im Pro­jekt­ma­nage­ment sind mei­ne fol­gen­den Prä­sen­ta­tio­nen:

InhaltVer­si­onStandSei­tenGrö­ßeTyp
Pro­jekt­ma­nage­ment – Eine Ein­füh­rung (PM-Basis­prä­sen­ta­ti­on)1.8309/20122281,2 MB pdf (pdf)
Pro­jekt­ma­nage­ment: Werk­zeu­ge und Metho­den – Eine Über­sicht0.2007/20181160,6 MB pdf (pdf)
Pro­jekt­ma­nage­ment: Check­lis­ten – Eine Samm­lung0.2004/2017440,4 MB pdf (pdf)
Pro­jekt­ma­nage­ment: Doku­men­te – Eine Über­sicht0.5004/2018840,5 MB pdf (pdf)
Pro­jekt­ma­nage­ment: Pro­jekt­pha­sen – Eine Über­sicht0.5011/2019400,5 MB pdf (pdf)

A.2 Literatur

Hier sind eini­ge Bücher auf­ge­führt, die das The­ma Work­shops und Mee­tings (im Pro­jekt­ma­nage­ment) etwas inten­si­ver beleuch­ten.

  • /Andler15/ Nico­lai And­ler: Tools für Pro­jekt­ma­nage­ment, Work­shops und Con­sul­ting: Kom­pen­di­um der wich­tigs­ten Tech­ni­ken und Metho­den, Publi­cis Cor­po­ra­te Publi­shing, Erlan­gen 6. Auf­la­ge 2015, ISBN 978–3‑89578–453‑8
  • /Beermann19a/ Susan­ne Beer­mann, Moni­ka Schub­ach: Work­shops. Vor­be­rei­ten, durch­füh­ren, nach­be­rei­ten, Hau­fe-Lex­wa­re, Frei­burg 4. Auf­la­ge 2019, ISBN 978–3‑648–13473‑3
  • /Eppler18/ Mar­tin J. Epp­ler, Sebas­ti­an Kern­bach: Meet up! Ein­fach bes­se­re Bespre­chun­gen durch Nud­ging. Ein Impuls­buch für Lei­ter, Mode­ra­to­ren und Teil­neh­mer von Sit­zun­gen, Schäf­fer-Poeschel, Stutt­gart 2018, ISBN 978–3‑7910–3974‑9
  • /Klein15/ Zamyat Klein: Akti­vie­rungs­spie­le für Semi­na­re und Work­shops, Hau­fe-Lex­wa­re, Frei­burg 2015, ISBN 978–3‑648–06520‑4
  • /Lienhart15/ Andrea Lien­hart: Semi­na­re, Trai­nings und Work­shops leben­dig gestal­ten, Hau­fe-Lex­wa­re, Frei­burg 2015, ISBN 978–3‑648–07179‑3
  • /Wolf18/ Max L. J. Wolf, Rudolf Mle­kusch: Pro­jekt­mo­de­ra­ti­on – leicht und ver­ständ­lich. Struk­tu­rie­ren – Kom­mu­ni­zie­ren – Ergeb­nis­se sichern, Expert, Ren­nin­gen 2018, ISBN 978–3‑8169–3397‑7

A.3 Weblinks

Legen­de zu den Web­links
/ / Ver­weis auf eine Web­site (gene­rell)
/*/ Ver­weis auf eine Web­site, die als Buch-Ergän­zung dient
/#/ Ver­weis auf ein­zel­nes The­ma auf einer Web­site
/#V/ Ver­weis auf ein Video auf einer Web­site


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