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Risiko oder Problem? Was ist der Unterschied?

Manage­ment-Zusam­men­fas­sung zu die­sem Bei­trag:
Die Begrif­fe Risi­ko oder Pro­blem wer­den häu­fig syn­onym benutzt. Im Risi­ko­ma­nage­ment wer­den jedoch bei­de Begrif­fe unter­schie­den.
In die­sem Bei­trag wird eine Kurz­dar­stel­lung hier­zu gelie­fert.

Die all­ge­mei­ne Beschrei­bung zum Risi­ko­ma­nage­ment in Pro­jek­ten fin­det sich
hier

Risi­ko oder Pro­blem? Für das Risi­ko­ma­nage­ment ist die Unter­schei­dung zwi­schen Pro­ble­men und Risi­ken wesent­lich. Wäh­rend das Ein­tre­ten eines Risi­kos unsi­cher ist, ist ein Pro­blem bereits ein­ge­tre­ten oder wird sicher ein­tre­ten.

Die bei­den Begrif­fe kön­nen fol­gen­der­ma­ßen cha­rak­te­ri­siert wer­den /Wanner15/:

  • Risi­ko = Unsi­cher­heit (kann viel­leicht ein­tre­ten)
  • Pro­blem = Tat­sa­che, Sicher­heit (ist vor­han­den oder ein­ge­tre­ten)

Mit fol­gen­dem Prüf­sche­ma (Abbil­dung 1) kann eine ein­fa­che Zuord­nung inner­halb eines Pro­jekts erfol­gen.

Risiko oder Problem? Prüfschema für Projekte, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 1: Risi­ko oder Pro­blem? Prüf­sche­ma für Pro­jek­te (nach /Smith02/)

Die zwei­te und die drit­te Abfra­ge die­nen dazu fest­zu­stel­len, ob ein Risi­ko im Pro­jekt behan­delt wer­den muss. Ist im Fall des Ein­tre­tens kein Scha­den zu erwar­ten, so muss das Risi­ko auch nicht inner­halb des Pro­jekts behan­delt wer­den. Ist das Risi­ko unab­hän­gig vom Pro­jekt, so soll­te es als Geschäfts­ri­si­ko außer­halb des Pro­jekts behan­delt wer­den.

Anmer­kun­gen zum Prüf­sche­ma (in Abbil­dung 1):

  • Das Risi­ko­ma­nage­ment in Pro­jek­ten behan­delt die Risi­ken in Pro­jek­ten, wäh­rend für Behand­lung von Pro­ble­men das Pro­blem­ma­nage­ment greift. Bei­de Dis­zi­pli­nen sind von­ein­an­der zu tren­nen
  • Aus einem Risi­ko kann immer ein Pro­blem wer­den

Bei­spie­le aus der Pro­jekt­pra­xis:

  • “Wir haben zu wenig Res­sour­cen” — Dies ist (zunächst) ein Pro­blem, aber kein Risi­ko. Zu wenig bedeu­tet, dass es auch “genü­gend” Res­sour­cen geben muss: Also kann die­ses Pro­blem gelöst wer­den
  • “Wir haben kei­nen Abnah­me­ka­ta­log” — Dies ist wahr­schein­lich ein Risi­ko, denn der Pro­jekt­in­halt kann zwar ent­wi­ckelt wer­den, es bleibt aber unklar, ob das Pro­jekt zum Ende abge­nom­men wer­den kann

In Abbil­dung 2 sind die bei­den Begrif­fe tabel­la­risch gegen­über­ge­stellt.

Gegenüberstellung von Risiko und Problem, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 2: Gegen­über­stel­lung von Risi­ko und Pro­blem (nach /Wanner15/)

“Ähn­li­che” Begrif­fe sind:

  • Stö­rung, Not­fall (oder auch Kri­se), Kata­stro­phe: Dies sind Aus­prä­gun­gen / Gewich­tun­gen von Pro­ble­men. Für alle drei Aus­prä­gun­gen gibt es eigen­stän­di­ge Dis­zi­pli­nen: Störungs‑, Kri­sen- und Kata­stro­phen­ma­nage­ment
  • Aus­wir­kung: Die Aus­wir­kung eines Risi­kos betrach­tet die mög­li­chen Fol­gen eines Risi­kos. Eine Aus­wir­kung ist also hypo­the­tisch, ein Pro­blem kon­kret

Lite­ra­tur:

  • /Smith02/ Pres­ton G. Smith, Guy M. Mer­rit: Proac­tive Risk Manage­ment: Con­trol­ling Uncer­tain­ty in Pro­duct Deve­lop­ment, Pro­duc­tivi­ty Press, New York 2002, ISBN 978–1‑56327–265‑3
  • /Wanner15/ Roland Wan­ner: Risi­ko­ma­nage­ment für Pro­jek­te: Die wich­tigs­ten Metho­den und Werk­zeu­ge für erfolg­rei­che Pro­jek­te, Crea­teSpace Inde­pen­dent Publi­shing Plat­form, Leip­zig 2. Auf­la­ge 2015, ISBN 978–1‑5059–5516‑3