Normen und Standards im Projektmanagement Rahmen für die eigenen Projekte

Manage­ment-Zusam­men­fas­sung zu die­sem Bei­trag:
Das Pro­jekt­ma­nage­ment als Dis­zi­plin greift auf ver­schie­de­ne Nor­men und Stan­dards zurück.
Die­se wer­den hier beschrie­ben.

Die Nor­men und Stan­dards im Pro­jekt­ma­nage­ment gel­ten für alle Pro­jek­te. Die all­ge­mei­ne Beschrei­bung zum Pro­jekt­ma­nage­ment fin­det sich
hier


1. Einleitung und Grundlagen

Über Nor­men und Stan­dards kann das Vor­ge­hen im Pro­jek­ten bestimmt wer­den. Die Nut­zen der Ver­wen­dung von Nor­men und Stan­dards besteht dar­in, dass Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­räu­me ver­rin­gert und damit Feh­ler in der Abwick­lung von Pro­jek­ten ver­mie­den wer­den.

Der Zusam­men­han­ge von Nor­men und Stan­dards (im Pro­jekt­ma­nage­ment), den (Fach-)Verbänden und den Zer­ti­fi­ka­ten ist in Abbil­dung 1.1 dar­ge­stellt. Die Ver­bän­de oder Orga­ni­sa­tio­nen defi­nie­ren die Nor­men und Stan­dards. Die­se wie­der­um defi­nie­ren in der Regel Pro­zes­se sowie Werk­zeu­ge und  Metho­den.

Normen, Verbände und Zertifikate: Zusammenhang, (C) Peterjohann Consulting, 2016-2020

Abbil­dung 1.1: Nor­men, Ver­bän­de und Zer­ti­fi­ka­te: Zusam­men­hang

Die Nor­men und Stan­dards, die Bezug zum Pro­jekt­ma­nage­ment haben, las­sen sich in vier Klas­sen unter­tei­len:

  • Die Nor­men, die sich aus­schließ­lich mit dem Pro­jekt­ma­nage­ment beschäf­ti­gen
  • Die Nor­men, die zur Ermitt­lung eines Rei­fe­grads die­nen
  • Die Nor­men, die das Pro­jekt­ma­nage­ment als Teil­dis­zi­plin betrach­ten und damit zum Teil das Pro­jekt­ma­nage­ment mit defi­nie­ren
  • Die Nor­men, die eigen­stän­di­ge Dis­zi­pli­nen dar­stel­len, aber für das Pro­jekt­ma­nage­ment rele­vant sind

Normenklassen, (C) Peterjohann Consulting, 2019-2020

Abbil­dung 1.2: Nor­men­klas­sen

Für das Pro­jekt­ma­nage­ment gibt es nur weni­ge Nor­men, die sich aus­schließ­lich mit dem Pro­jekt­ma­nage­ment beschäf­ti­gen. Die gän­gigs­ten sind ab 2009 ver­öf­fent­licht oder aktua­li­siert wor­den.

  • Die ISO 21500 ist im Jahr 2012 erst­mals erschie­nen und ist die ein­zi­ge inter­na­tio­na­le Norm, die sich direkt mit dem Pro­jekt­ma­nage­ment aus­ein­an­der­setzt. Her­aus­ge­ber ist die ISO, jedoch haben an der Erstel­lung die gro­ßen PM-Fach­ver­bän­de wie PMI und IPMA maß­geb­lich mit­ge­wirkt. Die ISO 21500 wird als “Umbrel­la-Stan­dard” bezeich­net, d.h. dass sie als Rah­men für wei­te­re Nor­men die­nen kann
  • Die DIN 69901 ist die deut­sche Norm zum Pro­jekt­ma­nage­ment. Sie lös­te 2009 die Vor­gän­ger-Fas­sun­gen aus den 80er-Jah­ren ab. Die GPM (Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment) ver­wen­det die­se Norm als eine Grund­la­ge für ihre Fach­bü­cher, Schu­lun­gen und Zer­ti­fi­zie­run­gen
  • Der ANSI-Stan­dard 99–001-2017 ist ein Teil des PMBOK Gui­des /PBG17/ des PMI (Pro­ject Manage­ment Insti­tu­te), des welt­weit größ­ten Fach­ver­ban­des zum Pro­jekt­ma­nage­ment. Auf­grund der ANSI-Vor­ga­ben muss der PMBOK Gui­de alle vier Jah­re über­prüft und aktua­li­siert wer­den. Die letz­te, sechs­te Fas­sung stammt aus dem Jahr 2017 (die Ver­sio­nen davor sind 2012, 2008 und 2004 erschie­nen)
  • PRINCE2:2009 ist ein Pro­jekt­ma­nage­ment-Ansatz, der eine Vor­ge­hens­wei­se für Pro­jek­te kom­plett beschreibt. Jedoch ist PRINCE2:2009 kei­ne Norm, wird hier aber auf­grund sei­ner gro­ßen Ver­brei­tung mit auf­ge­führt

PM-Normen, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2020

Abbil­dung 1.3: Die gän­gigs­ten Nor­men zum Pro­jekt­ma­nage­ment: All­ge­mei­ne Über­sicht

Die Gemein­sam­kei­ten der Nor­men:

  • Glos­sa­re sind in allen Nor­men ent­hal­ten
  • Doku­men­te spie­len nur eine Neben­rol­le (außer bei PRINCE2:2009), sind ent­spre­chend auch nicht ver­bind­lich vor­de­fi­niert
  • Alle drei Nor­men (PRINCE2:2009 wird hier nicht betrach­tet) ver­wen­den (inzwi­schen) eine Pha­sen- und Pro­zess­dar­stel­lung zur Beschrei­bung und Erfas­sung aller Pro­jekt­ma­nage­ment­ak­ti­vi­tä­ten und ‑vor­gän­ge. Hier­zu wird das PM in Pro­zess­grup­pen (wie Pla­nung, Aus­füh­rung, Ende) und The­men­grup­pen (wie Umfangs‑, Kos­ten- und Ter­min­ma­nage­ment oder Risi­ko­ma­nage­ment) unter­teilt, denen ein­zel­ne Pro­zes­se zuge­ord­net wer­den
  • Die Pro­zes­se wer­den in der Form “Input – Werk­zeu­ge & Metho­den – Out­put” beschrie­ben

Anmer­kun­gen:

  • Gene­rell müss­te zwi­schen von Nor­men und Stan­dards “im” / “zum” / “für das” Pro­jekt­ma­nage­ment unter­schie­den wer­den

2. Prozesse in den Normen

Die Dar­stel­lung von Pro­zes­sen spie­len in den Nor­men und Stan­dards eine wesent­li­che Rol­le.

PM-Normen: Darstellung der Prozesse, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2020

Abbil­dung 2.1: Die gän­gigs­ten Nor­men zum Pro­jekt­ma­nage­ment: Dar­stel­lung über Pro­zes­se

Die Nor­men ver­wen­den ähn­li­che Dar­stel­lun­gen zur Visua­li­sie­rung der Pro­jekt­ma­nage­ment­ak­ti­vi­tä­ten und ‑vor­gän­ge: Es wer­den dazu Pro­zess­grup­pen in einer Rei­he hori­zon­tal auf­ge­tra­gen und die The­men­grup­pen in einer ver­ti­ka­len Rei­he. Die ein­zel­nen Pro­zes­se wer­den dann jeweils einer Pro­zess­grup­pe und einer The­men­grup­pe zuge­ord­net.

Die Darstellung von Prozessen und Themen im Projektmanagement, (C) Peterjohann Consulting, 2014-2020

Abbil­dung 2.2: Die Dar­stel­lung von Pro­zes­sen und The­men im Pro­jekt­ma­nage­ment

Die Bezeich­nun­gen der Pro­zess­ge­bie­te und der The­men­ge­bie­te in den ein­zel­nen Nor­men ähneln sich. Eben­so ist die Anzahl sehr ähn­lich. Hier in der Tabel­le ist die Anzahl der Pro­zes­se in Klam­mern ange­ge­ben.

PM-Normen: Darstellung der Prozesse, (C) Peterjohann Consulting, 2015-2020

Abbil­dung 2.3: Die gän­gigs­ten Nor­men zum Pro­jekt­ma­nage­ment: Pro­zes­se

Durch das Anein­an­der­rei­hen ein­zel­ner Pro­zes­se ergibt sich dann eine Pro­zess­dar­stel­lung, die eine Rei­hen­fol­ge fest­legt. In der ISO 21500 und in der DIN 69901 sind Pro­zes­se für die jewei­li­gen Pro­zess­grup­pen vor­ge­ge­ben, beim PMBOK Gui­de jedoch nicht (expli­zit). Gemein­sam ist wie­der­um, dass nicht alle Pro­zes­se in jedem Pro­jekt durch­lau­fen wer­den müs­sen, son­dern auch weg­ge­las­sen wer­den kön­nen. Ver­bind­li­che Pro­zes­se, d.h. Pro­zes­se, die unbe­dingt berück­sich­tigt wer­den müs­sen, wer­den in der DIN 69901 benannt.

Im nach­fol­gen­den Bei­spiel ist die Pro­zess­grup­pe (der Pro­zess) Initia­ting aus der ISO 21500 mit sei­nen drei Pro­zes­sen dar­ge­stellt.

Die Prozessdarstellung im Projektmanagement nach ISO 21500, (C) Peterjohann Consulting, 2015-2020

Abbil­dung 2.4: Die Pro­zess­dar­stel­lung im Pro­jekt­ma­nage­ment; hier: Initia­ting nach ISO 21500


3. Die Personen-Zertifizierungen zum Projektmanagement

Zum Pro­jekt­ma­nage­ment gibt es eine Rei­he von Mög­lich­kei­ten zur Per­so­nen-Zer­ti­fi­zie­rung. Eine Über­sicht gibt es
hier auf der eige­nen Web­sei­te.


A. Ressourcen

A.1 Meine Präsentationen und Veröffentlichungen

Fol­gen­de Wer­ke bezie­hen sich auf die Nor­men und Stan­dards im Pro­jekt­ma­nage­ment.

InhaltVer­si­onStandSei­tenGrö­ßeTyp
Pro­jekt­ma­nage­ment – Eine Ein­füh­rung (PM-Basis­prä­sen­ta­ti­on)1.8309/20122281,2 MB pdf (pdf)
Pro­jekt­ma­nage­ment: Zer­ti­fi­zie­run­gen & Nor­men – Eine Über­sicht1.4004/20161221,0 MB pdf (pdf)
Pro­jekt­ma­nage­ment: Die Literatur(liste)1.0001/2020240,3 MB pdf (pdf)

A.2 Literatur

In die­ser Lis­te sind Wer­ke mit star­kem Bezug zu den Nor­men und Stan­dards im Pro­jekt­ma­nage­ment auf­ge­führt. In /DIN16/ ist neben der Nor­men­rei­he 69900 ff. auch die Norm ISO 21500 ent­hal­ten.

  1. /DIN16/ DIN: Pro­jekt­ma­nage­ment. Netz­plan­tech­nik und Pro­jekt­ma­nage­ment­sys­te­me. DIN-Taschen­buch 472, Beuth, Ber­lin 3. Auf­la­ge 2016, ISBN 978–3‑410–27041‑6
  2. /DIN20/ DIN: Pro­jekt­ma­nage­ment. Netz­plan­tech­nik und Pro­jekt­ma­nage­ment­sys­te­me. DIN-Taschen­buch 472, Beuth, Ber­lin 4. Auf­la­ge 2020, ISBN 978–3‑410–30000‑7
  3. /GPM16/ GPM, Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment: Kom­pe­tenz­ba­sier­tes Pro­jekt­ma­nage­ment (PM3), GPM, Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment, Nürn­berg, 8. Auf­la­ge 2016, ISBN 978–3‑924841–74‑4
  4. /GPM19/ Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment: Kom­pe­tenz­ba­sier­tes Pro­jekt­ma­nage­ment (PM4), GPM, Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment, Nürn­berg 2019, ISBN 978–3‑924841–77‑5
  5. /PBG17/ Pro­ject Manage­ment Insti­tu­te: A Gui­de to the Pro­ject Manage­ment Body of Know­ledge (PMBOK Gui­de), Pro­ject Manage­ment Insti­tu­te, Phil­adel­phia, Penn­syl­va­nia Sixth Edi­ti­on 2017, ISBN 978–1‑62825–184‑5
  6. /PBG17‑d/ Pro­ject Manage­ment Insti­tu­te: A Gui­de to the Pro­ject Manage­ment Body of Know­ledge (PMBOK Gui­de), Pro­ject Manage­ment Insti­tu­te, Phil­adel­phia, Penn­syl­va­nia Sechs­te Aus­ga­be 2017, ISBN 978–1‑62825–188‑3

A.3 Weblinks

Nach­fol­gen­de Web­links kön­nen für die Nor­men und Stan­dards im Pro­jekt­ma­nage­ment hilf­reich sein.

Legen­de zu den Web­links
/ / Ver­weis auf eine Web­site (gene­rell)
/*/ Ver­weis auf eine Web­site, die als Buch-Ergän­zung dient
/#/ Ver­weis auf ein­zel­nes The­ma auf einer Web­site
/#V/ Ver­weis auf ein Video auf einer Web­site


Scroll to Top