Der Agile Festpreis Planungssicherheit und Flexibilität verbinden

Manage­ment-Zusam­men­fas­sung die­ses Bei­trags:
Der → Agi­le Fest­preis ist ein Ansatz für die Ver­trags­ge­stal­tung in agi­len Pro­jek­ten.
In die­sem Bei­trag wird der Agi­le Fest­preis kurz beschrieben.

Der “Agi­le Fest­preis” (eng­lisch: Agi­le Con­tracts) ist ein Sam­mel­be­griff für die Ver­trags­ge­stal­tung in agi­len Umfel­dern. Im Wesent­li­chen geht es dar­um, Ver­trä­ge so zu gestal­ten, dass Ände­rungs­wün­sche des Kun­den ein­ge­ar­bei­tet wer­den kön­nen und gleich­zei­tig der → Lie­fe­rant sei­ne Kos­ten und Mar­gen erhält.

1. Einleitung und Grundlagen

1.1 Definitionen

In der Wiki­pe­dia steht zum agi­len Fest­preis /#Wiki-Agiler-Festpreis/:
“Der agi­le Fest­preis ist ein Ver­trags­mo­dell für Lie­fe­ran­ten und Kun­den in IT-Pro­jek­ten, die mit agi­len Metho­den durch­ge­führt wer­den. Das Ver­trags­mo­dell sieht vor, dass nach einer initia­len Test­pha­se Kos­ten und Ter­min fest­ge­setzt wer­den und ein Vor­ge­hen zur Steue­rung des Umfangs (“Scope”) inner­halb eines fes­ten Rah­mens ver­ein­bart wird.”

1.2 Abgrenzung zum Festpreis in klassischen Projekten

Ein wesent­li­cher Unter­schied bei Pro­jek­ten, die nach agi­lem oder klas­si­schem Vor­ge­hen bear­bei­tet wer­den, besteht in der Kal­ku­lier­bar­keit eines fes­ten Prei­ses. Bei klas­si­schen Pro­jek­ten kann anhand des Pro­jekt­struk­tur­plans ein Fest­preis genannt wer­den: Die­ser ergibt sich aus der Sum­me der Kos­ten / Prei­se für die ein­zel­nen → Arbeits­pa­ke­te (aus dem → Pro­jekt­struk­tur­plan). Bei agi­len Pro­jek­ten ent­ste­hen die Kos­ten aus den ein­zel­nen Sprints. Wie vie­le Sprints im Lau­fe eines Vor­ha­bens durch­ge­führt wer­den, kann nicht im Vor­feld benannt wer­den, da nicht immer ein Leis­tungs­um­fang fest­ge­legt wird.

Abbil­dung 1.1 zeigt die prä­fe­rier­ten Ein­satz­sze­na­ri­en der drei Ver­trags­mo­del­le Fest­preis, Agi­ler Fest­preis und Time & Mate­ri­al: Liegt bei Ver­trags­ab­schluss kein Gesamt­preis fest, so soll­te nach Zeit und → Auf­wand (Time & Mate­ri­al) abge­rech­net wer­den. Ist der Gesamt­preis eben­so wie der Umfang (Scope) fest­ge­legt, so kann ein Fest­preis genutzt wer­den. Wenn jedoch der Umfang nicht vor­her­be­stimm­bar, aber eine (maxi­ma­le) Gesamt­sum­me fest­ge­legt, soll­te der Ansatz Agi­ler Fest­preis ver­wen­det werden.

Anwendung von Vertragstypen, (C) Peterjohann Consulting, 2025-2026

Abbil­dung 1.1: Anwen­dung von Ver­trags­ty­pen (aus /Opelt23/)

Eini­ge zen­tra­le Aspek­te des Agi­len Fest­prei­ses im Ver­gleich zum klas­si­schen Fest­preis zeigt Abbil­dung 1.2.

Vergleich von Agilem und klassischem Festpreis, (C) Peterjohann Consulting, 2025-2026

Abbil­dung 1.2: Ver­gleich von Agi­lem und klas­si­schem Festpreis 

2. Das Prinzip “Money For Nothing, Change For Free”

“Chan­ge for free” besagt, dass der → Kun­de jeder­zeit umzu­set­zen­den Fea­tures / → User Sto­ries gegen ande­re gleich auf­wen­di­ge Fea­tures / User Sto­ries aus­tau­schen kann, ohne dass Mehr­kos­ten für ihn entstehen.

Zum Prinzip Change for free - Backlogdarstellung, (C) Peterjohann Consulting, 2025-2026

Abbil­dung 2.1: Zum → Prin­zip “Chan­ge for free” — Backlogdarstellung

Beim Prin­zip “Money for Not­hing” geht es dar­um, dass der Kun­de nach dem Errei­chen eines bestimm­ten Wer­tes die Wei­ter­ent­wick­lung stop­pen und damit das Pro­jekt been­den kann (Abbil­dung 2.2). Wird an einer Stel­le gestoppt, so wird nicht mehr benö­tig­te Sum­me zwi­schen dem Kun­den und dem Lie­fe­ran­ten geteilt.

Zum Prinzip Change for free, (C) Peterjohann Consulting, 2025-2026

Abbil­dung 2.2: Zum Prin­zip “Chan­ge for free”

3. Voraussetzungen für den Einsatz des Agilen Festpreises

Um den Agi­len Fest­preis zu nut­zen, müs­sen → Auf­trag­ge­ber und Auf­trag­neh­mer agil arbei­ten. Zudem muss der Auf­trag­ge­ber in der Lage sein, den von ihm gewünsch­ten Gesamt­um­fang zu benen­nen und in ein → Back­log einzubringen.

4. Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Agilen Festpreis

Eini­ge Fra­gen zum Agi­len Fest­preis wer­den häu­fig gestellt – die­se wer­den hier wie­der­ge­ge­ben und beantwortet.

  • F: Ist bei agi­ler Vor­ge­hens­wei­se die Ver­wen­dung von Agi­len Fest­prei­sen ver­pflich­tend?
    A: Nein, aber der Agi­le Fest­preis hilft, Dis­kus­sio­nen zu Umfang und Kos­ten zu → redu­zie­ren.
  • F: Wer ist für die Erstel­lung von Agi­len Ver­trä­gen zum Agi­len Fest­preis ver­ant­wort­lich?
    A: Im agi­len Kon­text ist dies immer der → Pro­duct Owner auf Sei­ten des Auf­trag­neh­mers / Lieferanten.

Haben Sie noch wei­te­re Fra­gen oder möch­ten Sie Ergän­zun­gen an der FAQ vor­neh­men? Am bes­ten schrei­ben Sie mir hier­zu eine E‑Mail an: kontakt@peterjohann-consulting.de.

A. Präsentationen, Literatur und Weblinks

A.1 Meine öffentliche Präsentation zum Agilen Festpreis

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A.2 Literatur

  • /Book17/ Mat­thi­as Book, Vol­ker Gruhn, Rüdi­ger Strie­mer: Erfolg­rei­che agi­le Pro­jek­te. Prag­ma­ti­sche Koope­ra­ti­on und fai­res Con­trac­ting, Sprin­ger Vie­w­eg, Wies­ba­den 2017, ISBN 978–3‑662–53329‑1
  • /Opelt17/ Andre­as Opelt, Boris Glo­ger, Wolf­gang Pfarl, Ralf Mit­ter­mayr: Der agi­le Fest­preis. Leit­fa­den für wirk­lich erfolg­rei­che IT-Pro­jekt-Ver­trä­ge, Han­ser, Mün­chen 3. Auf­la­ge 2017, ISBN 978–3‑446–45436‑1
  • /Opelt23/ Andre­as Opelt, Boris Glo­ger, Wolf­gang Pfarl, Ralf Mit­ter­mayr: Der agi­le Fest­preis. Leit­fa­den für wirk­lich erfolg­rei­che IT-Pro­jekt-Ver­trä­ge, Han­ser, Mün­chen 4. Auf­la­ge 2023, ISBN 978–3‑446–47397‑3
  • /Pieper17/ Fritz-Ulli Pie­per, Ste­fan Roock: Agi­le Ver­trä­ge. Ver­trags­ge­stal­tung bei agi­ler Ent­wick­lung für Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che, dpunkt, Hei­del­berg 2017, ISBN 978–3‑86490–400‑4

A.3 Weblinks

Legen­de zu den Weblinks
/ / Ver­weis auf eine Web­site (all­ge­mein)
/*/ Ver­weis auf eine Web­site, die als Ergän­zung zu einem Buch dient
/#/ Ver­weis auf ein ein­zel­nes The­ma auf einer Website
/#V/ Ver­weis auf ein Video auf einer Website