Management-Zusammenfassung dieses Beitrags:
Die Begriffe Vertrauen und Zutrauen kommen bei der Beschreibung des Umgangs mit Menschen und Mitarbeitern in Organisationen zum Einsatz.
In diesem Beitrag wird eine Beschreibung der beiden Begriffe geliefert.
Die beiden Begriffe können folgendermaßen charakterisiert werden:
- Vertrauen (englisch: Trust): “Überzeugung, dass man sich auf eine andere Person, Sache oder Handlung verlassen kann”
- Zutrauen (englisch: Confidence): “Einstellung, sich auf jemand oder etwas verlassen zu können”
Die Begriffe Vertrauen und Zutrauen sind in vielen Disziplinen zu finden. In diesem Beitrag werden sie der Organisationslehre und der allgemeinen Managementlehre zugeordnet.
In der Wikipedia steht zum Begriff Vertrauen /#Wiki-Vertrauen/:
“Vertrauen bezeichnet eine bestimmte Art von subjektiver, auch emotional gefärbter, Überzeugung, nach der man sein Verhalten einrichtet. Es kommt in verschiedenen Ausrichtungen vor, je nachdem, was der unmittelbare Gegenstand des Vertrauens ist.”
Das deutsche Wiktionary definiert Vertrauen folgendermaßen /#Wiktionary-Vertrauen/:
“Überzeugung von der → Richtigkeit beziehungsweise Wahrheit einer Handlung oder eines anderen Menschen, die in der Regel ein gegenseitiges Verhältnis der Zuverlässigkeit bedingt”
Das deutsche Wiktionary definiert Zutrauen folgendermaßen /#Wiktionary-Zutrauen/:
“Einstellung, sich auf jemand oder etwas verlassen zu können”.
Hinweis:
Die Begriffe Vertrauen und Zutrauen sind in der Literatur und im Gebrauch nicht immer eindeutig definiert. → Wichtig ist jedoch: Vertrauen basiert auf (subjektiven) Überzeugungen und Gefühlen — daher kann Vertrauen auch täuschen. Zutrauen fußt auf bereits erbrachten Leistungen.
Spruch:
“Vertrauen ist ein Vorschuss ohne Garantien, Zutrauen ist eine datenbasierte Erwartung.”
Die Unterschiede von Vertrauen und Zutrauen sind in Abbildung 1 wiedergegeben.

Abbildung 1: Vertrauen oder Zutrauen?
Luhmann schreibt zum Vertrauen /Luhmann14/:
“Vertrauen kein moralisches Gefühl, sondern ein soziologischer Mechanismus zur Reduktion sozialer → Komplexität.”
Malik schreibt zum Vertrauen und Zutrauen /Malik17/:
“Das Wort “Vertrauen” als solches ist nicht “gefährlich”. Es ist aber mit drei Gefahren verbunden. Die erste ist, dass man die Bedeutung von Vertrauen übersieht, weil man auf → Motivation fixiert ist. Die zweite ist, dass man aus Vertrauen ein emotionales oder gar psychologisches → Problem macht. Und die dritte ist die Verwechslung von “Vertrauen” und “Zutrauen”.”
Covey /Covey22/ wird der Satz “Nichts wirkt schneller als Vertrauen” zugeordnet. Dies bedeutet für Organisationen, dass mit vertrauensvoller Zusammenarbeit eine schnelle Umsetzung von Aufgaben möglich ist.
Eine weitere zentrale Aussage für die Organisationslehre lautet /Luhmann14/:
“Systemische Verlässlichkeit schlägt moralische Appelle: Wer Verlässlichkeit strukturell erzeugt, braucht den Appell an Vertrauen gar nicht mehr.” Dies bedeutet, dass bei etablierten Strukturen der Verweis auf Vertrauen nicht notwendig ist, da man sich bereits auf die Strukturen verlassen kann.
Hinweis:
Im agilem Kontext spielt Vertrauen eine zentrale Rolle, da die Strukturen bewusst nicht stark ausgeprägt sind und sich so Möglichkeiten der → Selbstorganisation und Selbstentwicklung ergeben. Daher muss Verlässlichkeit durch Vertrauen erzeigt werden.
Literatur
- /Covey22/ Stephen M. R. Covey, Rebecca R. Merrill: Schnelligkeit durch Vertrauen. Aktionsplan: In 13 Schritten zu mehr Vertrauen, besseren Beziehungen und höheren Gewinnen, Gabal, Offenbach 8. Auflage 2022, ISBN 978–3‑96739–111‑4
- /Luhmann14/ Niklas Luhman: Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität, UTB, Stuttgart 5. Auflage 2014, ISBN 978–3‑8252–4004‑2
- /Malik17/ Fredmund Malik: Gefährliche Managementwörter, Campus, Frankfurt, 2. Auflage 2017, ISBN 978–3‑593–50540‑4
Weblinks
- /#Wiki-Vertrauen/ Vertrauen in der deutschen Wikipedia
- /#Wiktionary-Vertrauen/ Vertrauen in dem deutschen Wiktionary
- /#Wiktionary-Zutrauen/ Zutrauen in dem deutschen Wiktionary
Legende zu den Weblinks
/ / Verweis auf eine Website (allgemein)
/*/ Verweis auf eine Website, die als Ergänzung zu einem Buch dient
/#/ Verweis auf ein einzelnes Thema auf einer Website
/#V/ Verweis auf ein Video auf einer Website
Letzte Aktualisierung: 04.08.2026 © Peterjohann Consulting, 2005–2026




![Das Glossar Glossare im Requirements Engineering, (C) Peterjohann Consulting, 2020-[lj]](https://www.peterjohann-consulting.de/_images/peco-re-glossare-im-re-l.png)