Produktmanagement Produkte systematisch entwickeln und betreuen

Manage­ment-Zusam­men­fas­sung die­ses Bei­trags:
Das Pro­dukt­ma­nage­ment beschäf­tigt sich mit der sys­te­ma­ti­schen Ent­wick­lung und Betreu­ung von Pro­duk­ten in Unter­neh­men.
In die­sem Bei­trag wird das Pro­dukt­ma­nage­ment in Teil­aspek­ten beschrieben.

“Das Pro­dukt­ma­nage­ment” ist sowohl eine Dis­zi­plin als auch eine Orga­ni­sa­ti­ons­ein­heit, die das Pro­dukt­ma­nage­ment in Unter­neh­men zu ver­ant­wor­ten hat.

1. Einleitung und Grundlagen

1.1 Definitionen

In der Wiki­pe­dia steht zum Pro­dukt­ma­nage­ment /#Wiki-Produktmanagement/:
“Pro­dukt­ma­nage­ment ist in Unter­neh­men eine → Funk­ti­on, die sich mit der Pla­nung, Steue­rung und Kon­trol­le von Pro­duk­ten und / oder → Dienst­leis­tun­gen wäh­rend des Pro­dukt­le­bens­zy­klus von der Markt­rei­fe bis hin zur Pro­dukt­eli­mi­nie­rung aus dem Markt befasst.”

Das → PMI schreibt /PBG21‑d/:
“Pro­dukt­ma­nage­ment / Pro­duct Manage­ment. Die Inte­gra­ti­on von Mit­ar­bei­tern, Daten, Pro­zes­sen und Geschäfts­sys­te­men, um ein Pro­dukt oder eine Dienst­leis­tung wäh­rend des Lebens­zy­klus zu erzeu­gen, auf­recht­zu­er­hal­ten und weiterzuentwickeln.”

Nach Matys /Matys22/ gibt es fol­gen­de fünf gro­ße Berei­che im Pro­dukt­ma­nage­ment (Abbil­dung 1.1):

  • Pro­dukt­ent­wick­lung
  • Markt­ein­füh­rung
  • Pro­dukt­be­treu­ung
  • Markt­be­ob­ach­tung
  • Pro­dukt­con­trol­ling
Die fünf großen Bereiche des Produktmanagements, (C) Peterjohann Consulting, 2023-2024

Abbil­dung 1.1: Die fünf gro­ßen Berei­che des Pro­dukt­ma­nage­ments (nach /Matys22/)

1.2 Der Produktlebenszyklus

Eng ver­bun­den mit dem Begriff Pro­dukt­ma­nage­ment ist der Begriff des Pro­dukt­le­bens­zy­klus (Pro­duct Life Cycle, PLC), der den “Lebens­weg” eines Pro­dukts von der Pro­dukt­idee bis zum Been­den der Pro­dukt­nut­zung beschreibt.

Das PMI defi­niert den Pro­dukt­le­bens­zy­klus wie folgt /PBG21‑d/:
“Pro­dukt­le­bens­zy­klus / Pro­duct Life Cycle. Eine Fol­ge von Pha­sen, die für die Ent­wick­lung des Pro­dukts vom Kon­zept über die Lie­fe­rung, Wachs­tum und die Rei­fe bis hin zur Nut­zungs­be­en­di­gung stehen.”

Die → GPM schreibt zum Pro­dukt­le­bens­zy­klus /GPM16/:
“Der Pro­dukt­le­bens­zy­klus beschreibt den Pro­zess von der Ent­wick­lung und Her­stel­lung über die Markt­ein­füh­rung bis zur Rück­nah­me oder Ein­stel­lung des Pro­duk­tes. Die­ser Lebens­zy­klus kann in meh­re­re Pha­sen unter­teilt wer­den, so z. B. in die Entwicklungs‑, Herstellungs‑, Einführungs‑, Wachstums‑, Rei­fe- und Rückgangsphase.”

Eine ein­fa­che Visua­li­sie­rung des Pro­dukt­le­bens­zy­klus mit sechs Pha­sen ist in Abbil­dung 1.2 wiedergegeben.

Einfache Darstellung des Produktlebenszyklus, (C) Peterjohann Consulting, 2023-2024

Abbil­dung 1.2: Ein­fa­che Dar­stel­lung des Produktlebenszyklus

1.3 Das Produktziel

Das Pro­dukt­ziel ori­en­tiert sich — aus­ge­hend von der Ist-Posi­ti­on — an den Unter­neh­mens­zie­len, an der aktu­el­len Pro­dukt- und Markt­si­tua­ti­on sowie an den per­sön­li­chen Zie­len des Pro­dukt­ma­na­gers (Abbil­dung 1.3).

Einflussfaktoren des Produktziels, (C) Peterjohann Consulting, 2023-2024

Abbil­dung 1.3: Ein­fluss­fak­to­ren des Pro­dukt­ziels (nach /Matys22/)

2. Das Produktmanagement im Unternehmenskontext

In vie­len Unter­neh­men wird das Pro­dukt­ma­nage­ment durch eigen­stän­di­ge Unter­neh­mens­ein­hei­ten — in der Regel Abtei­lun­gen — durch­ge­führt. Dabei ist die Fra­ge, wo das Pro­dukt­ma­nage­ment ein­ge­glie­dert ist. Typi­sche Kon­stel­la­tio­nen sind:

  • Das Pro­dukt­ma­nage­ment ist direkt der Unter­neh­mens­lei­tung unter­stellt (Abbil­dung 2.1)
  • Das Pro­dukt­ma­nage­ment ord­net sich unter dem Mar­ke­ting oder dem Ver­trieb ein (Abbil­dung 2.2)
  • Das Pro­dukt­ma­nage­ment ist Teil der Ent­wick­lung / des Engi­nee­rings (Abbil­dung 2.3)
Die Einordnung des Produktmanagements unter der Unternehmensleitung, (C) Peterjohann Consulting, 2023-2024

Abbil­dung 2.1: Die Ein­ord­nung des Pro­dukt­ma­nage­ments unter der Unternehmensleitung

Die Einordnung des Produktmanagements unter dem Marketing, (C) Peterjohann Consulting, 2023-2024

Abbil­dung 2.2: Die Ein­ord­nung des Pro­dukt­ma­nage­ments unter dem Marketing

Die Einordnung des Produktmanagements in den Entwicklungsbereich, (C) Peterjohann Consulting, 2023-2024

Abbil­dung 2.3: Die Ein­ord­nung des Pro­dukt­ma­nage­ments in den Entwicklungsbereich

3. Begriffe rund um das Produktmanagement

Eini­ge Begrif­fe zum Pro­dukt­ma­nage­ment wer­den in der Unter­neh­mens­pra­xis häu­fig gebraucht. Die­se wer­den in die­sem Kapi­tel vorgestellt.

3.1 Der Produktentstehungsprozess

Die Defi­ni­ti­on zum PEP in der Wiki­pe­dia lau­tet /#Wiki-Produktentstehungsprozess/:
“Der Pro­dukt­ent­ste­hungs­pro­zess (PEP) beschreibt die Arbeits­ab­läu­fe von der Idee für ein neu­es Pro­dukt bis zu des­sen Her­stel­lung und Ver­kauf. Der Begriff beruht auf dem Gedan­ken des Geschäfts­pro­zess­ma­nage­ments und wird vor allem im Umfeld der Auto­mo­bil­pro­duk­ti­on verwendet.”

Der PEP wird häu­fig in einer Pro­zess­dar­stel­lung dar­ge­stellt (Abbil­dung 3.1). Dabei gibt es typi­sche Pro­zess­schrit­te (Initia­li­sie­rung, Kon­zept, Design, Ent­wick­lung, Vor­se­rie und Pro­duk­ti­ons­start) mit Qua­li­ty Gates und Meilensteinen.

Ein einfacher Produktentstehungsprozess, (C) Peterjohann Consulting, 2023-2024

Abbil­dung 3.1: Ein ein­fa­cher Produktentstehungsprozess

3.2 Das Product Life Cycle Management

In der Wiki­pe­dia steht zum Pro­duct-Life­cy­cle-Manage­ment /#Wiki-Product-Lifecycle-Management/:
“Pro­duct-Life­cy­cle-Manage­ment bzw. Pro­dukt­le­bens­zy­klus­ma­nage­ment (PLM) ist ein Kon­zept zur naht­lo­sen Inte­gra­ti­on sämt­li­cher Infor­ma­tio­nen, die im Ver­lauf des Lebens­zy­klus eines Pro­duk­tes anfallen.”

Beim Pro­duct-Life­cy­cle-Manage­ment (PLM) geht es dar­um, ein Pro­dukt von der ers­ten Idee bis zum Ende des Lebens­zy­klus so zu mana­gen, dass benö­tig­te Infor­ma­tio­nen zu jedem → Zeit­punkt in pas­sen­der Form vor­han­den sind.

4. Typische Problemkreise beim Produktmanagement

Beim Pro­dukt­ma­nage­ment in Unter­neh­men kön­nen Pro­ble­me auf­tre­ten, deren Ursa­chen häu­fig fol­gen­den drei Punk­ten zuzu­ord­nen sind:

  • Das Pro­dukt­ma­nage­ment ver­steht sich als “künst­le­ri­sche” Dis­zi­plin: Ziel des Pro­dukt­ma­nage­ments soll­te es sein, markt­fä­hi­ge Pro­duk­te auf­zu­bau­en. Die­se müs­sen in ers­ter Linie am Markt absetz­bar sein. Wenn dies durch beson­ders “gute” Ansät­ze geschieht, ist das grund­sätz­lich schön, aber nicht der Hauptfokus
  • Das Pro­dukt­ma­nage­ment arbei­tet für sich und nicht ganz­heit­lich: Die Erstel­lung von Markt­ana­ly­sen und Wett­be­werbs­ver­glei­chen ist eine der Haupt­auf­ga­be des Pro­dukt­ma­nage­ments. Die­se Auf­ga­be kann sehr viel Zeit bean­spru­chen und ver­lei­tet dazu, die eige­nen, unter­neh­mens­in­ter­nen Abtei­lun­gen nicht oder nur unzu­rei­chend bei der Pro­dukt­ent­wick­lung zu berücksichtigen
  • Das Pro­dukt­ma­nage­ment ist nicht mit dem Ver­trieb abge­stimmt: Wenn das Pro­dukt­ma­nage­ment nicht mit dem Ver­trieb abge­stimmt ist, so kön­nen Pro­duk­te ent­ste­hen, die der Ver­trieb nicht ver­kau­fen / abset­zen kann

Beim Ein­satz des PEPs gibt es häu­fig fol­gen­de Män­gel zu beobachten:

  • Der PEP ist nicht öffent­lich: Der PEP ist nur einem ein­ge­schränk­ten Mit­ar­bei­ter­kreis zugäng­lich und wird daher von den ande­ren Mit­ar­bei­tern nicht verstanden 
  • Der PEP wird als Macht­in­stru­ment miss­braucht (“PEP rules”): Der PEP wird vom PEP Owner zur eige­nen Macht­fun­da­men­tie­rung ver­wen­det, indem er die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung vorgibt

5. Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Produktmanagement

Eini­ge Fra­gen zum Pro­dukt­ma­nage­ment wer­den häu­fig gestellt – die­se wer­den hier wie­der­ge­ge­ben und beantwortet.

  • F: Was ist der Unter­schied von Pro­dukt- und → Pro­jekt­ma­nage­ment?
    A: Das Pro­dukt­ma­nage­ment beschäf­tigt sich mit dem Ent­wi­ckeln von markt­fä­hi­gen Pro­dukt­ideen, das Pro­jekt­ma­nage­ment mit der Umset­zung von Pro­jekt­ideen zu Pro­duk­ten nach vor­ge­ge­be­nen Randbedingungen.
  • F: Wer ist für die Ideen für neue Pro­duk­te zustän­dig?
    A: In der Regel der Produktmanager.

Haben Sie noch wei­te­re Fra­gen oder möch­ten Sie Ergän­zun­gen an der FAQ vor­neh­men? Am bes­ten schrei­ben Sie mir hier­zu eine E‑Mail an: kontakt@peterjohann-consulting.de.

A. Präsentationen, Literatur und Weblinks

A.1 Meine öffentliche Präsentation zum Produktmanagement

  • -

A.2 Literatur

  • /Aumayr19/ Klaus J. Aumayr: Erfolg­rei­ches Pro­dukt­ma­nage­ment. Tool-Box für das pro­fes­sio­nel­le Pro­dukt­ma­nage­ment und Pro­dukt­mar­ke­ting, Sprin­ger Fach­me­di­en, Wies­ba­den 5. Auf­la­ge 2019, ISBN 978–3‑658–25365‑3
  • /Aumayr24/ Klaus J. Aumayr: Erfolg­rei­ches Pro­dukt­ma­nage­ment. Tool­box für das pro­fes­sio­nel­le Pro­dukt­ma­nage­ment und Pro­dukt­mar­ke­ting, Sprin­ger Fach­me­di­en, Wies­ba­den 6. Auf­la­ge 2024, ISBN 978–3‑658–43636‑0
  • /Cagan19/ Mar­ty Cagan: Inspi­red. How to Crea­te Tech Pro­ducts Cus­to­mers Love, John Wiley & Sons, Hobo­ken, New Jer­sey 2nd Edi­ti­on 2018, ISBN 978–1‑119–38750‑3
  • /Ehrlenspiel17/ Klaus Ehr­len­spiel, Harald Meer­kamm: Inte­grier­te Pro­dukt­ent­wick­lung. Denk­ab­läu­fe, Metho­den­ein­satz, Zusam­men­ar­beit, Han­ser, Mün­chen 6. Auf­la­ge 2017, ISBN 978–3‑446–44089‑0
  • /Engeln22/ Wer­ner Engeln: Modell­ba­sier­te Pro­dukt­ent­wick­lung. Kun­den­be­dürf­nis­se ver­ste­hen und tra­dier­te Denk­sti­le über­win­den, Sprin­ger Fach­me­di­en, Wies­ba­den 2022, ISBN 978–3‑658–38534‑7
  • /GPM16/ Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment: Kom­pe­tenz­ba­sier­tes Pro­jekt­ma­nage­ment (PM3), GPM, Deut­sche Gesell­schaft für Pro­jekt­ma­nage­ment, Nürn­berg, 8. Auf­la­ge 2016, ISBN 978–3‑924841–74‑4
  • /Jantzer19/ Micha­el Jant­zer, Gode­hard Nent­wig, Chris­ti­ne Dei­nin­ger, Tho­mas Michl: Die Kunst, eine Pro­dukt­ent­wick­lung zu füh­ren: Erfolg­rei­che Kon­zep­te aus der Unter­neh­mens­pra­xis, Sprin­ger, Ber­lin 2019, ISBN 978–3‑662–57898‑8
  • /Lawley18/ Bri­an Law­ley, Pame­la Schu­re: Pro­dukt­ma­nage­ment für Dum­mies, Wiley-VCH, Wein­heim 2018, ISBN 978–3‑527–71454‑4
  • /Matys22/ Erwin Matys: Pra­xis­hand­buch Pro­dukt­ma­nage­ment. Grund­la­gen und Instru­men­te, Cam­pus, Frank­furt 8. Auf­la­ge 2022, ISBN 978–3‑593–51620‑2
  • /Perri18/ Melis­sa Per­ri: Esca­ping the Build Trap. How Effec­ti­ve Pro­duct Manage­ment Crea­tes Real Value, O’Reil­ly UK, Farn­ham, Gre­at Bri­tain 2018, ISBN 978–1‑4919–7379‑0
  • /Perri20/ Melis­sa Per­ri: Raus aus der → Fea­ture-Fal­le. Wie effek­ti­ves Pro­dukt­ma­nage­ment ech­ten Mehr­wert schafft, O’Reil­ly, Köln 2020, ISBN 978–3‑96009–120‑2
  • /Perri23/ Melis­sa Per­ri, Deni­se Til­les: Pro­duct Ope­ra­ti­ons. How suc­cessful com­pa­nies build bet­ter pro­ducts at sca­le, Pro­duct Insti­tu­te, Her­mo­sa Beach, Cali­for­nia, 2023, ISBN 979–8‑98833801–7
  • /Pepels16/ Wer­ner Pepels: Pro­dukt­ma­nage­ment, Dun­cker & Hum­blot, Ber­lin, 7. Auf­la­ge 2016, ISBN 978–3‑428–14943‑8
  • /Pfeifer21/ Tilo Pfei­fer, Robert Schmitt: Masing Hand­buch → Qua­li­täts­ma­nage­ment, Han­ser, Mün­chen 7. Auf­la­ge 2021, ISBN 978–3‑446–46230‑4
  • /Pichler23/ Roman Pich­ler: Stra­te­gi­sches Pro­dukt­ma­nage­ment. Pro­dukt­stra­te­gien und ‑Road­maps für digi­ta­le Pro­duk­te und agi­le → Teams, dpunkt, Hei­del­berg 2023, ISBN 978–3‑86490–965‑8
  • /PBG21‑d/ Pro­ject Manage­ment Insti­tu­te: A Gui­de to the Pro­ject Manage­ment Body of Know­ledge (PMBOK Gui­de) und Der → Stan­dard für das Pro­jekt­ma­nage­ment, Pro­ject Manage­ment Insti­tu­te, Phil­adel­phia, Penn­syl­va­nia Sieb­te Aus­ga­be 2021, ISBN 978–1‑62825–695‑6
  • /Schlattmann24/ Josef Schlatt­mann, Arthur Sei­bel: Pro­dukt­ent­wick­lungs­pro­jek­te — Auf­bau, Ablauf und Orga­ni­sa­ti­on, Sprin­ger, Ber­lin 2024, ISBN 978–3‑662–67987‑6

A.3 Weblinks

Legen­de zu den Weblinks
/ / Ver­weis auf eine Web­site (all­ge­mein)
/*/ Ver­weis auf eine Web­site, die als Ergän­zung zu einem Buch dient
/#/ Ver­weis auf ein ein­zel­nes The­ma auf einer Website
/#V/ Ver­weis auf ein Video auf einer Website