Die Zwiebelgrafik Grafik des Monats Juni 2018

1. Beschreibung

Zwie­bel­gra­fi­ken (ande­re Bezeich­nun­gen: Zwie­bel­dia­gram­me, gesta­pel­te → Venn-Dia­gramme) wer­den ein­ge­setzt, um Abstän­de zu visua­li­sie­ren. Der Name Zwie­bel­gra­fik (engl. Oni­on Dia­gram) resul­tiert aus der zwie­bel­ar­ti­gen Anord­nung der ein­zel­nen Ele­men­te, die dann wie Zwie­bel­schich­ten wir­ken.
Die Abstän­de kön­nen bei­spiels­wei­se resul­tie­ren aus:

  • Zeit­li­cher Entfernung
  • Räum­li­cher Entfernung
  • Sozia­ler oder kul­tu­rel­ler Entfernung

Gene­rell wer­den zur Erstel­lung einer Zwie­bel­gra­fik drei bis sechs Krei­se unter­schied­li­cher Grö­ße über­ein­an­der gescho­ben. Alle Krei­se lie­gen auf einer Bezugs­li­nie (unten), sodass sich in etwa eine Zwie­bel­form ergibt. Die Krei­se wer­den häu­fig mit unter­schied­li­chen Hel­lig­keits­stu­fen einer Far­be ein­ge­färbt, wobei der inne­re Bereich die dun­kels­te, der äuße­re Bereich die hells­te Farb­tö­nung erhält.

Die Zwiebeldarstellung (Minimalform), (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 1.1: Die Zwie­bel­dar­stel­lung (Mini­mal­form)

Die Zwiebeldarstellung mit fünf Stufen, (C) Peterjohann Consulting, 2018

Abbil­dung 1.2: Die Zwie­bel­dar­stel­lung mit fünf Stufen

1.1 Anmerkungen / Varianten

Übli­cher­wei­se wer­den die Krei­se der Zwie­bel­gra­fik mit einer Far­be in ver­schie­de­nen Hel­lig­keits­stu­fen ein­ge­färbt. Es kön­nen aber auch unter­schied­li­che Far­ben ver­wen­det wer­den (Abbil­dung 1.3). Hier­bei soll­te aller­dings beach­tet wer­den, das auch über Far­ben / Farb­über­gän­ge Zusam­men­hän­ge her­ge­stellt werden.

Die Zwiebeldarstellung mit Farbvarianten, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 1.3: Die Zwie­bel­dar­stel­lung mit Farbvarianten

Um die Zwie­bel­form her­vor­zu­he­ben, kön­nen die Krei­se gestaucht oder gestreckt wer­den (Abbil­dung 1.4). Die gestreck­te Vari­an­te ist beson­ders gut ein­setz­bar, wenn die Beschrif­tungs­tex­te in den Krei­sen mehr Platz benötigen.

Die Zwiebeldarstellung mit Formvarianten, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 1.4: Die Zwie­bel­dar­stel­lung mit Formvarianten

1.2 Einsatz

Die Ver­wen­dung der Zwie­bel­gra­fik ist nicht auf bestimm­te The­men­ge­bie­te beschränkt.
Häu­fig wird sie zur Beschrei­bung des Sta­ke­hol­der­um­felds — bei­spiels­wei­se im → Pro­jekt­ma­nage­ment — ein­ge­setzt (Abbil­dung 2.1), wobei dann auch die um 90 Grad (nach rechts) gekipp­te Vari­an­te benutzt wird. Um zu ver­deut­li­chen, wel­che → Sta­ke­hol­der inner­halb und außer­halb der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on tätig sind, wird ein Farb­über­gang (oran­ge nach blau) verwendet.

Zwiebelgrafik zur Darstellung des Stakeholderumfelds, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 2.1: Die Zwie­bel­gra­fik zur Dar­stel­lung des Stakeholderumfelds

Um die Pla­nungs­ho­ri­zon­te bei der agi­len Pro­dukt­ent­wick­lung zu ver­deut­li­chen, ver­wen­det Mike Cohn /#Cohn-13/ eine “Plan­ning Oni­on” (Pla­nungs­zwie­bel). Zur Her­vor­he­bung (hier: Team­fo­kus) setzt er zusätz­lich beschrif­te­te Block­pfei­le ein.

Die Planning Onion nach Mike Cohn, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 2.2: Die Plan­ning Oni­on nach Mike Cohn /#Cohn-13/

Zur Ver­deut­li­chung der Wahr­neh­mung des Ver­hal­tens (von Per­so­nen) wur­de von Hofs­tede /Hofstede17/ das Modell der Kul­turzwie­bel ent­wi­ckelt. Nur die drei äuße­ren Schich­ten (auch Prak­ti­ken genannt) kön­nen wahr­ge­nom­men wer­den, der Kern (“die Wer­te”) erschließt sich nur indi­rekt über die drei äuße­ren Schichten.

Die Kulturzwiebel nach Hofstede, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 2.3: Die Kul­turzwie­bel nach Hofs­tede /Hofstede17/

Um unter­schied­li­che Schwie­rig­kei­ten einer agi­len Trans­for­ma­ti­on zu beschrei­ben, hat Simon Powers eine “Agi­le Oni­on” (Agi­li­täts­zwie­bel) ent­wi­ckelt. Die­se wird am lin­ken und am rech­ten Rand mit zusätz­li­chen Infor­ma­tio­nen ver­se­hen (Abbil­dung 2.4).

Die Agile Onion nach Simon Powers, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 2.4: Die Agi­le Oni­on nach Simon Powers /#Powers-16/

Die Pro­jekt­zwie­bel nach Hemm­rich /Hemmrich17/ (sie­he Abbil­dung 2.5) wird zur visu­el­len Ver­deut­li­chung dafür her­an­ge­zo­gen, dass es sich nicht lohnt, zu Beginn eines Pro­jekts “Ein­spa­run­gen” vor­zu­neh­men, denn das Resul­tat unge­nü­gen­der Defi­ni­ti­on und Pla­nung ist am Ende ein Zusatzaufwand.

Die Projektzwiebel nach Hemmrich, (C) Peterjohann Consulting, 2018-2022

Abbil­dung 2.5: Die Pro­jekt­zwie­bel nach Hemm­rich /Hemmrich16/

1.3 Auch zu finden in

Die Zwie­bel­gra­fik ist in der oder ande­ren Form in fol­gen­den → Prä­sen­ta­tio­nen und Büchern zu finden.

1.3.1 Eigene Präsentation

Inhalt Typ
Pro­jekt­ma­nage­ment: Sta­ke­hol­der­ma­nage­ment – Eine Übersicht

pdf

1.3.2 Literatur

  • /Hemmrich16/ Ange­la Hemm­rich, Horst Har­rant: Pro­jekt­ma­nage­ment. In 7 Schrit­ten zum Erfolg, Han­ser Wirt­schaft, Mün­chen 4. Auf­la­ge 2016, ISBN 978–3‑446–44620‑5
  • /Hofstede17/ Geert Hofs­tede, Gert Jan Hofs­tede, Micha­el Min­kov: Loka­les Den­ken, glo­ba­les Han­deln: Inter­kul­tu­rel­le Zusam­men­ar­beit und glo­ba­les Manage­ment, dtv, Mün­chen 6. Auf­la­ge 2017, ISBN 978–3‑423–50952‑7

1.3.3 Weblinks

Legen­de zu den Weblinks
/ / Ver­weis auf eine Web­site (gene­rell)
/*/ Ver­weis auf eine Web­site, die als Buch-Ergän­zung dient
/#/ Ver­weis auf ein­zel­nes The­ma auf einer Website
/#V/ Ver­weis auf ein Video auf einer Website